Freitag, 12. Februar 2010

Der Kalligraph im Schlaf?




In China sitzt ein Kalligraph.
Man meint, er wär in tiefem Schlaf.
Doch: nein! Er ist am Meditieren
um so den Pinselschwung zu spüren,

der ihm mit einem „Wisch!“ beschert
gar feinste Handschrift, unversehrt.
Da gibt’s zuvor kein Rumprobieren,
kein Vorschreiben. Auch kein Radieren!

Das Wort muss schon auf Anhieb sitzen
beim Pinsel-über-Seide-Flitzen.
Und darum sitzt der gute Mann
auch selbst und atmet - dann und wann.

Und grad als du schon denkst „Wie öd!“
hat er im Geiste wohl erspäht,
wie er die Schwünge führen muss,
denn – hast du nicht gesehn! - ist Schluss

mit qualvoll langem Türkensitz.
Es huscht übers Papier – potzblitz! -
der Pinsel und zieht Tuschespuren
zu makellosen Strichfiguren,

die stehen dann für „Langes Leben“,
für „Glück“ , „Gesundheit“ - sowas eben!
Was hier so scheinbar leicht passiert,
erweist sich, wenn man's ausprobiert

als große Kunst mit „Ganz viel Üben!“
So macht man das – im Osten drüben.




.china-gedicht/kunst-gedicht/asien-gedicht/schreib-gedicht: die amelie ´ 10
.kalligraphie: Detail einer Kopie von "Preface to the Poems Composed at the Orchid Pavilion" by Wang Xizhi, handscroll, ink on paper, Height 24.5cm, Palace Museum, Beijing, China, vor dem 13. Jahrhundert

Donnerstag, 4. Februar 2010

Die Welt macht Urlaub




Er klopft nicht an
und macht auch keine Schritte.
Ganz plötzlich – ungehört -
stehst du in seiner Mitte.

Fühlst dich gepackt in ihn,
ganz wie in Zuckerwatte -
so wie den Rest der Welt,
die nun ganz farbenmatte.

Als wär mit Kreidestaub sie hauchdünn überschüttet,
wird alles blass und bleich,
unscharf und weiß getönt.

Und wolkensanft umhüllt fühlst du dich leis behütet.
Alles liegt still und weich
und nicht ein Fahrzeug dröhnt.

Die Welt steht stille, fast!,
und muss mal langsam machen.
Macht Urlaub. Nebel find ich
eins von den schönsten Sachen!



.nebelgedicht: die amelie ´ 10
.bild: "Nebel", Caspar David Friedrich, 1807

Donnerstag, 17. Dezember 2009

KLEIN & groß



















Stell dir vor, du wärst Gigant,
stiegst über den Erdenrand,

so als wär sie Murmel-klein
und du selbst im All allein.

Knipps die Sonne an und aus.
Pick dir Funkelsterne raus.

Lock den Mond aus dunklen Ecken,
sonst kann man ihn nicht entdecken!

Du, als Riese, gib gut Acht!
Setz die Tritte mit Bedacht,

sonst zerquetscht du noch zum Schluss
Welten leicht wie eine Nuss!

Viel steckt auch im Winzigkleinen,
auch wenn's anders dir mag scheinen!





.weltall-gedicht/riesen-gedicht/großundklein-gedicht: die amelie ´ 09
.bild und fotobearbeitung: die amelie ´ 09

Donnerstag, 10. Dezember 2009

Winta-Weihnåcht


(Weihnachts-Pantum in Mundart)



De Gsichta stroin im Lichtaglaunz,
drausd wüabön eiskristoine Flockn.
Vier Kerzln flackan aufm Kraunz,
daweu mia drent beinaundahockn.

Drausd wüabön eiskristoine Flockn
vur augrennt koide Butznscheibm,
daweu mia drent beinaundahockn,
daun liaba in da Stubm bleibm.

Vur augrennt koide Butznscheibm
heascht Winta - koid und tiaf! Waaßt eh!
Daun liaba in da Stubm bleibm,
beim Ofnfeia, woam und schee!

Heascht Winta - koid und tiaf! Waaßt eh! -
schlofd untam Schnee da gaunze Woid.
Beim Ofnfeia, woam und schee,
gfrei ma uns: es is Weihnåcht boid!

Schlofd untam Schnee da gaunze Woid,
vier Kerzln flackan aufm Kraunz -
gfrei ma uns: es is Weihnåcht boid!
De Gsichta stroin im Lichtaglaunz.





.mundartgedicht/weihnachtsgedicht/pantum: die amelie ´ 09
.bild: Adolph Tiedemand, 1846, "Weihnachtsbräuche in Norwegen"

Freitag, 27. November 2009

Unter Fischen

Schau, da kommen sie geschossen,
pfeilschnell durch das weite Meer!
Rudern eifrig mit den Flossen,
schwimmen dicht an dicht umher.

Ändern blitzgeschwind die Richtung
(auf Kommando? Doch von wem!?)
bei der kleinsten Feindessichtung -
Anführer sind nicht zu sehn.

Von der Flosse bis zum Kopf
gleicht ein Fischchen hier dem andern.
Drum ist keins ein eitler Tropf.
Sieh sie mit der Strömung wandern!

Doch – Moment! - hast du verglichen?
Sind sie wirklich alle gleich?
Einer hat sich eingeschlichen
mitten in des Schwarmes Reich!

Leuchtet fröhlich rot hervor,
ist nun nicht mehr so allein.
Singt gern mit im Blubber-Chor.
Will einer von vielen sein!























.fischgedicht/dazu-gehören-gedicht/freundschaftsgedicht: die amelie ´ 09
.druck: georg n. (6), sohn von "die amelie", ´ 09

Mittwoch, 25. November 2009

Winter-Weihnacht


(ein Pantum)


Gesichter, froh im Lichterglanz!
Es wirbeln eiskristallne Flocken.
Vier Kerzen flackern auf dem Kranz,
derweil wir dicht beisammenhocken.

Es wirbeln eiskristallne Flocken
vor angelaufner Butzenscheibe,
derweil wir dicht beisammenhocken
in unsrer feinen, warmen Bleibe.

Vor angelaufner Butzenscheibe
herrscht Winter, eisig, seidigweiß.
In unsrer feinen, warmen Bleibe
wärmt Ofenfeuer, knackend heiß.

Herrscht Winter, eisig, seidigweiß,
schläft unter tiefem Schnee der Wald,
wärmt Ofenfeuer, knackend heiß,
ahnt man bereits: 's ist Weihnacht bald!

Schläft unter tiefem Schnee der Wald,
vier Kerzen flackern auf dem Kranz,
ahnt man bereits: 's ist Weihnacht bald.
Gesichter, froh im Lichterglanz!







.pantum/weihnachtsgedicht/adventgedicht und foto: die amelie ´ 09

Sonntag, 22. November 2009

Anne und das Holzschaf


(ein Weihnachtsgedicht)


Anne ist heut aufgeregt,
schlechte Laune weggefegt,
denn es ist wieder so weit:
Heilig Abend macht sich breit!

Fest in Omas Arm gehakt
geht es auf den Weihnachtsmarkt.
Dass es winters so früh dunkelt
freut sie sonst nicht. Doch heut funkelt

was nur kann im Kerzenlicht!
Weihnachtsleuchten im Gesicht
wandern sie von Stand zu Stand
und bestaunen allerhand.

Anne freut sich ganz besonders
auf die Krippen von Herrn Gonders:
aufgestellt, kaum ist's Advent!
Und ein jeder, der sie kennt,

hat es sich zur Pflicht gemacht
alle Jahr zur Heilgen Nacht
eines von Herrn Gonders Schafen
einem ganz besonders braven

Kind unter den Baum zu legen.
Dies als Weihnachtsbrauch zu pflegen.
„Sind zwar nur aus Holz geschnitzt“
sagt Herr Gonders gern verschmitzt,

„doch manchmal, wenn sie da stehen,
glaub ich selbst, ich könnte sehen,
wie sie mit den Ohren schlenkern,
mäh-hend mit den andern stänkern,

dass beim alten Opa Gonders
die Verpflegung nicht besonders.
Meine Schafe, musst du wissen,
grasen nicht auf grünen Wiesen

und nicht auf der Tischlerbank.
Darum würden sie auch krank,
kaufte sie nicht ganz geschwind
jemand für ein braves Kind!

Denn ein jedes meiner Lämmchen
lebt vom Schein der Kerzenflämmchen
und von hellem Kinderlachen,
wie's nur Freude kann entfachen.“

„Weiß ich doch! Ich hab schon eins.
Und sein Name ist Karl-Heinz!“
unterbricht ihn Anne stolz.
„Ist denn so ein Schaf aus Holz“

mischt sich Oma leise ein,
„nicht ganz fürchterlich allein?
Das da drüben, bitte sehr,
sieht die ganze Zeit schon her.“

„Ach. Sie meinen Anneliese,
da, ganz hinten auf der Wiese?
Stimmt. Sie hat hierhergesehen
seit Sie beide bei mir stehen.

Anne hat's ihr angetan.
Das sieht wohl ein jedermann.“
„Na, was denkst du, meint Karl-Heinz,
stell'n wir heuer noch so eins

zu der Krippe unterm Baum?
Anne, der wird aber schau'n!“
meint nun Oma, „das wird fein:
keiner muss dann einsam sein!“

Anne hört schon nicht mehr hin,
muss sich angestrengt bemüh'n,
nicht zu blinzeln, sie könnt schwör'n
dass gerade war zu hör'n

leises Blöken von der Wiese.
Dort, aus Richtung Anneliese!
„Packen Sie sie gar nicht ein.
Ich trag sie im Fäustling heim“

flüstert Anne. Oma lacht.
Und Herr Gonders reicht ganz sacht
Anne nun das kleine Schaf.
Mahnt es noch: „sei mir bloß brav!“

Oma zahlt, dann geht’s nach Haus.
Fröhlich seh'n sie alle aus:
Oma, Anneliese, Anne
und Karl-Heinz unter der Tanne!




.weihnachtsgedicht/krippengedicht/weihnachtslammgedicht/adventmarktgedicht: die amelie ´ 09
.ölgemälde: "Miss Frances Warren", Joseph Wright of Derby, 1763

Mittwoch, 18. November 2009

Vergurktes Märchen-Gemurks

Ein Ritter reitet.
Der König schreitet.
Die Elfe schwebt.
Das Rehlein bebt.

So ist das halt -
jede Gestalt
im Märchenland
wird so erkannt.

Stell dir nur vor,
es wär verdreht!
Dann wüsst man nie,
worum es geht:

der Ritter bebt,
ein König schwebt,
das Rehlein reitet,
die Elfe schreitet.

So geht das nicht
und die Geschicht
wird ganz vermurkst,
wenn du's vergurkst!

Stell dir nur vor:
der König schwebt!
Mit einem Mal:
die Erde bebt,

weil er – pardauz -
zu Boden fällt,
auf seinen Platz
in Märchens Welt.

Sowas versetzt
zu Recht den Ritter
in ordentliches
Angstgezitter.

Womöglich gibt’s
dann guten Grund,
warum ein Rehlein
reitet und


worauf. Auch das
ist hier die Frage.
Die Elfe schreitet
ohne Plage

aus dem Gedicht.
Sie mag es nicht.









.murks-gedicht/märchen-gedicht: die amelie ´ 09
.illustration: John D. Batten, 1892

Dienstag, 17. November 2009

Der Lockruf der Wassernixe

(eine schaurige Villanelle ganz in der Tradition eines "Erlkönig" für etwas größere Kinder, die sich gern gruseln)



Zu mir herab, tauch, süßer Jüngling, bis zum düstren Grund.
Lass dich dabei nicht in den Algenwäldern fangen!
Ich warte wasserschwebend auf dich hier, gar Stund um Stund.

Seit ich dich sah, dürstet nach dir mein kühler Mund
und meine klammen Finger danach warmes Fleisch zu langen.
Zu mir herab, tauch, süßer Jüngling, bis zum düstren Grund!

Glaub mir, es liegt für dich bereit kostbarer Fund:
der Nixen Gold, von dem der Ahnen Lieder sangen!
Ich warte wasserschwebend auf dich hier, gar Stund um Stund.

Jahraus, jahrein bewacht' den Schatz ich tief in Weihers Schlund
für dich! Drum sollst nicht länger du noch bangen!
Zu mir herab, tauch, süßer Jüngling, bis zum düstren Grund!

So einsam, schwer und kalt ist meinem Herz, und wund!
Wie gern berührt' ich deine rosenroten Wangen!
Ich warte wasserschwebend auf dich hier, gar Stund um Stund.

Ich weiß: bald trifft mich leer dein Blick aus Augenrund,
verstummen all der Liebe Worte, die zuvor erklangen.
Zu mir herab, tauch, süßer Jüngling, bis zum düstren Grund.
Ich warte wasserschwebend dann mit dir, gar Stund um Stund.



.nixengedicht/gruselgedicht/schauriges gedicht: die amelie ´ 09
.foto: die amelie ´ 09

Dienstag, 10. November 2009

Monsterkeksbacktag (kein Gedicht für schwache Mägen)


Ritzeratze Zippelfrack,
heut ist Monsterkeksbacktag!
Kekse essen Monster gern,
doch nicht Zimt- und Mandelstern.

Viel zu hübsch sehn diese aus
für den Monstertellergraus.
Wahren Monster-Un-Genuss
gibt's nur OHNE Zuckerguss.

In den Teig gehör'n hinein:
Moorhuhnei und Algenschleim!
Anstatt Mehl und Orangeat
rührt man Staub und Waldschrattbart

mit dazu, bis alles cremig
oder glitschig-schleimig-sämig.
Lässt danach die Masse ruh'n
in ganz alten Morschholztruh'n

für ein Jahr oder auch zwei.
Dann hol man sie rasch herbei,
walze sie schön flach und platt,
klopf die Würmer darin glatt,

steche schöne Förmchen aus.
Käfer sehen da gut aus!
Oder nimm Kotzpfützenform,
die gefällt auch ganz enorm!

Ab ins Backrohr, wieder raus:
herrlich fahlgrün sieht das aus!
Nun noch liebevoll garniert
und mit allem dekoriert,

was da krabbelt, kreucht und fliegt.
Wenn's dann auf dem Teller liegt,
unser Monster-Kleingebäck,
krieg, du Menschlein, keinen Schreck!




.keks-gedicht/monster-gedicht/ekel-gedicht/back-gedicht: die amelie ´ 09
.monstergebäck-bild: http://www.holidash.com/halloween/crafts/diy-halloween

Sonntag, 8. November 2009

Eugen Eulerich



Eugen, alter Eulerich,
bist ganz schön großmäulerich!
Machst vor Olga Eulendame
für dich selbst eifrigst Reklame.

Plusterst, bläst und spielst dich auf,
fliegst zur Kirchturmuhr hinauf,
einen Looping obendrüber.
Eugen, bist du ganz hinüber?!

Olga findet Wagemut
nämlich überhaupt nicht gut.
Und sie hätt es dir gesagt,
hättest du sie nett gefragt

nach 'nem Eulen-Rendezvous
nachts mit Mondschein und Schuhuu
(Olga mags lieber romantisch
anstatt heldenhaft-gigantisch)!

Lass die Flattershow doch sein!
Sieh nur – sie sitzt ganz allein!
Eugen, hör: so wird das nix!
Schluss jetzt mit dem Rumgefliegs!

Lad sie doch zum Essen ein:
auf Feldmaus bei Glühwurmschein
und ein Schlückchen Wiesentau -
das mag jede Eulenfrau!

Prahl nicht, doch erzähl von dir.
Frag sie auch „wie geht es dir?“
und erkämpf mit Charme und Scherz
Olga Eulendames Herz!






.eulengedicht/erober-gedicht: die amelie ´ 09
.bild: "Zwei Eulen", Thomas Moran, 1837 - 1926

Samstag, 7. November 2009

Mamas und Bionicles



Die Amelie hat auch einen Sohn, der Bionicles ganz toll findet und einige selbst besitzt. Wie es ihr als Mutti damit geht, hat sie in einem Gedicht beschrieben. Vielleicht kommt dir das ja bekannt vor... (kicher):


Oh, Makuta, steh mir bei!

Roodaka und Sidorak,
Anführer der Visorak -
was, die kennst du? Das ist recht:
denn Bionicle ist echt

allerfeinstes Heldentum.
Da geht es um Macht und Ruhm,
um den Kampf von Gut und Böse
und um wahre Herzensgröße.

Ich, als Mama, hab's nicht leicht,
weil sehr vieles sich so gleicht:
da gibt es die Matoraner,
andre heißen Glatorianer

und Barraki gibt es auch.
Ach, ich steh oft auf dem Schlauch,
geht’s drum all die Kampfgestalten
auseinander mir zu halten.

Auch verwandeln sich die gleichen,
leben in verschiednen Reichen:
Metru oder Mahri Nui,
Mata, Voya? Uiuiui....

Toa Mahri und Inika -
wer bekämpfte die Pirika?
Was? Piraka heißt das? Puh!
Bitte, drück ein Auge zu.

Oder lieber doch gleich zwei.
Oh, Makuta, steh mir bei!








Und guckt mal, was die Amelie dazu auf youtube gefunden hat!
Einen Trickfilm wie diesen zu machen, ist ganz schön viel Arbeit!
Also ich find ihn toll! Brumm!


Viel Vergnügen!

Euer Bert





.bionicle-gedicht: die amelie ´ 09

Freitag, 6. November 2009

Fremd zu sein

Dinge, die der Mensch nicht kennt,
nennt er „fremd“.
Manches, was wir nicht verstehn,
wenn wir's sehn,
macht uns mulmig tief im Magen
und wir sagen:

Es ist doof!
Es ist blöd!
Es ist mies!

Doch das ist fies!

Und auch dumm!
Denn andersrum

ist's genauso. Oder nicht?
Denn das Fremde kennt UNS nicht!

Hat man's schon mit dir gemacht:
gar nicht lange nachgedacht,
gar nicht erst 'ne Chance gegeben?

„So ist das eben!“???

Findest du das denn ok?
Tut das innen drin nicht weh?
Ist's ein Mensch gar, so wie wir,
geht’s ihm ganz genau wie dir!

Seh'n wir's ein: „fremd“ zu sein
macht manchmal verdammt allein.




.einsamkeits-gedicht/fremd-sein-gedicht/angst-gedicht: die amelie ´ 09
.bilder: wiki-commons

Dienstag, 3. November 2009

Tier-Namen-Geholper


Wie heißt ein Gorilla-
Mädchen? Logo: Tilla!

Wie heißt wohl ein Panda-
Mädel? Klaro: Wanda!

Wie heißt dann ein Falter-
Knabe? 'türlich: Walter!

Deshalb heißt ein Rochen-
Junge auch nur Jochen.

Und die kesse Wanze?
Tja, die heißt Konstanze.

Fast vergessen! - Jan
heißt der Wanzenmann.

Wär Klaus eine Mäusin,
hieße er dann Kläusin?

Wie heißt bloß -owei! -
Mama Papagei?

Warum das Gedicht
holpert?
Weiß ich nicht.


.holper-gedicht/unfug-gedicht/namen-gedicht: die amelie ´ 09
.öl-gemälde: "Wein und Konfekt, Maus und Papagei" von Georg Flegel (1566–1638)

Samstag, 31. Oktober 2009

Radnetzspinne Berta Koch

Radnetzspinne Berta Koch
ruft entsetzt: „Herrjeh! Ein Loch!
Hier! In meinem Netz, ganz groß.
Ach, was mach ich denn jetzt bloß?

Ganz zerstört ist das Geflecht.
Hält nur noch mehr schlecht als recht.
Und es hängt, - ich mein, ich spinn! -
nicht ´mal eine Fliege drin.

Feines Netz hat seine Tücken,
lässt sich nicht so einfach flicken!
Alt und morsch sind meine Haxen,
neuem Netzbau kaum gewachsen.

Viel zu mühsam wird’s mir hier
bei Herrn Müller auf Tür 4.
Also werd ich nicht lang fluchen,
neues Jagdrevier mir suchen.“

Kaum gesagt, ist's schon getan.
Berta fängt zu krabbeln an.
Da! Bei Jansens Außenleuchte
schien es wohnlich, wie ihr deuchte.

Motten, Mücken, groß an Zahl,
schwirren dort im Lichterstrahl!
Bertas Magen brummt „Jawoll!
Hier find ich's so richtig toll!“

Unsre Spinne, gar nicht dumm,
folgt dem Magenrumgebrumm.
Fasst voll Hoffnung Kraft und Mut:
„Dieses Mal noch! Richtig gut!“

Webt sogar mit Doppelfaden,
dass ihr Netz bleibt ohne Schaden.
Groß die Mühe! Doch auch wert:
hat ein Spinnennetz beschert,

das sogar Nachtschwärmer hält!
„Wow! Das tollste Netz der Welt!“
schwärmt Emilio Weberknecht,
wohnhaft Türe 6, bei „Brecht“.

Berta, stolz und auch verlegen,
muss sich erstmal schlafen legen.
Schwer wiegt jedes Spinnenbein.
So schläft sie erschöpft gleich ein.

Träumt von Spinnenfestgelagen
an noch vielen satten Tagen.
Dem, was Spinnenherzen freute:
Große, fette Spinnenbeute!



.spinnengedicht/mutgedicht/nicht-aufgeben-gedicht: die amelie ´ 09
.spinnen-illustration: "Die lächelnde Spinne" von Odilon Redon, 1891
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