(ein Stabreim-Gedicht)
Berta Bauer, blond, mit Brille,
hasst Hans-Holgers Haupt und Haar.
Rot trotzt Ringellockenfülle
Kamm und Kappe. Knabenhaar,
viel zu füllig, fein und fluffig,
unverdient, fiel an den Feind,
Kringel, köstlich klein und knuffig,
Schönheit, die Verschwendung scheint,
höhnt voll Häme Haar, das halblang,
grad, zum Gähnen grässlich glatt
Berta Bauer, blond, mit Brille,
hoch am hellen Haupte hat.
.stabreim-gedicht/haar-gedicht/frisuren-gedicht: die amelie ´12
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Dienstag, 10. April 2012
Montag, 31. Januar 2011
Eine schmutzige Piratengeschichte
Augenklappen, Holzgebein,
Totenschädel auf der Flagge.
Kautabak in jeder Backe -
müssen wohl Piraten sein!
Ungewaschen sind die Kleider,
ungewaschen Haar und Haut.
Auch die Zähne - wie mir graut! -
ungeputzt. Und löchrig - leider!
Näher kommen sie und näher!
Schon kann ich ihr Gröhlen hören.
Und - Moment! Ich könnte schwören:
aus dem Krähennest, der Späher
rief ganz laut (mit Mundgeruch)
"Käpt´n! Saub´res Schiff voraus!
Sieht mir ganz nach Schätzen aus!"
(dann folgt ein Piratenfluch).
Schwarze Ränder unter Nägeln,
dickes Schmalz in tauben Ohren.
Schweißgeruch aus allen Poren
hängt in windgebauschten Segeln!
Eine Bö trägt zu mir her
Ranzgeruch vom Käsefuß
schon als allerersten Gruß
- huah, da schüttelts mich doch sehr.
"Kommt nur" grins ich in mich rein.
"Wenn ihr wüsstet, welche Ware
ich hier durch die Gegend fahre,
würdet ihr euch nicht so freun..."
Seifen, Bürsten, Tücher, Schwämme
und Parfüm, frisch aus Aruba.
Dazu viele Badezuber
und für sprödes Haar noch Kämme.
Doch da entern die Piraten,
wild ihr Blick und wild ihr "Duft".
Und mit Knoblauchfahne ruft
wohl ihr Käpt´n: "Lasst euch raten,
keinen Widerstand zu leisten!
Eure Ladung ist nun mein.
Mann, wie kriegt ihr euch so rein?
Das frag ich mich grad am meisten..."
"Sag ich nur", antwort´ ich keck,
"wenn ihr Schiff und Leute schont.
Dafür werdet Ihr entlohnt
mit dem, was ich unter Deck
übers Meer hier mit mir führe.
Erst mal tut´s ein heißes Bad,
danach trimmen wir den Bart.
Anschließend gleich Maniküre!"
Und nach Stunden, ach nein, Wochen
segeln blitzeblank und rein
die Piraten wieder heim.
Ham´ noch nie so gut gerochen!
.piratengedicht/spaßgedicht/sauberkeits-gedicht/schmutz-gedicht: die amelie ´11
.bild: "Blackbeard in Rauch und Flammen", Frank E. Schonoover, 1922
Totenschädel auf der Flagge.
Kautabak in jeder Backe -
müssen wohl Piraten sein!
Ungewaschen sind die Kleider,
ungewaschen Haar und Haut.
Auch die Zähne - wie mir graut! -
ungeputzt. Und löchrig - leider!
Näher kommen sie und näher!
Schon kann ich ihr Gröhlen hören.
Und - Moment! Ich könnte schwören:
aus dem Krähennest, der Späher
rief ganz laut (mit Mundgeruch)
"Käpt´n! Saub´res Schiff voraus!
Sieht mir ganz nach Schätzen aus!"
(dann folgt ein Piratenfluch).
Schwarze Ränder unter Nägeln,
dickes Schmalz in tauben Ohren.
Schweißgeruch aus allen Poren
hängt in windgebauschten Segeln!
Eine Bö trägt zu mir her
Ranzgeruch vom Käsefuß
schon als allerersten Gruß
- huah, da schüttelts mich doch sehr.
"Kommt nur" grins ich in mich rein.
"Wenn ihr wüsstet, welche Ware
ich hier durch die Gegend fahre,
würdet ihr euch nicht so freun..."
Seifen, Bürsten, Tücher, Schwämme
und Parfüm, frisch aus Aruba.
Dazu viele Badezuber
und für sprödes Haar noch Kämme.
Doch da entern die Piraten,
wild ihr Blick und wild ihr "Duft".
Und mit Knoblauchfahne ruft
wohl ihr Käpt´n: "Lasst euch raten,
keinen Widerstand zu leisten!
Eure Ladung ist nun mein.
Mann, wie kriegt ihr euch so rein?
Das frag ich mich grad am meisten..."
"Sag ich nur", antwort´ ich keck,
"wenn ihr Schiff und Leute schont.
Dafür werdet Ihr entlohnt
mit dem, was ich unter Deck
übers Meer hier mit mir führe.
Erst mal tut´s ein heißes Bad,
danach trimmen wir den Bart.
Anschließend gleich Maniküre!"
Und nach Stunden, ach nein, Wochen
segeln blitzeblank und rein
die Piraten wieder heim.
Ham´ noch nie so gut gerochen!
.piratengedicht/spaßgedicht/sauberkeits-gedicht/schmutz-gedicht: die amelie ´11
.bild: "Blackbeard in Rauch und Flammen", Frank E. Schonoover, 1922
Sonntag, 18. Oktober 2009
Eitler Glumpf (noch ein Glumpf-Gedicht)
Es grunzt unrund im Sumpf der Glumpf.
Er las zu lang im „Lederstrumpf“.
Jetzt fehlt vom Schlaf ein großes Stück.
Das Buch ist halt auch wirklich dick.
Nun zieren Ringe seine Augen.
„Es gibt doch Cremes, die da was taugen?“
So fragt er sich und macht sich früh
am Tag auf in die Parfümerie.
Dort gibt es Tiegel, Tuben, Flaschen
zum Cremen, Schmieren und auch Waschen
von zarter, ewig-junger Haut.
Auswahl, wohin das Auge schaut!
Ratlos steht er vor den Regalen,
windet sich in Entscheidungsqualen.
Dann hat er das Produkt gefunden,
das hilft bei tiefen Augenrunden.
Doch schon entstehen neue Fragen:
wie klappt's das Mittel aufzutragen?
Mit Schwämmchen, Kämmchen oder Quaste?
Was unterscheidet Fluid von Paste?
Und was ist, bitte, Elastin?
Stirnrunzelnd sieht er näher hin.
Wozu braucht Haut 'ne Condition?
Die kriegt man von viel Sport doch schon...
Als nächstes liest er „abrasiv“
und schlittert nah ans Stimmungstief.
Da helfen auch nicht Ceramide -
der Glumpf wird nun müder als müde.
Er schließt die Augen und greift zu.
Er öffnet sie und liest – nanu? -
„Für immer sollen fortan strahlen
ringlose Augen!“ Nur noch zahlen!
Er sieht den Preis und schnaubt unwillig
„Dagegen scheint Benzin ja billig.“
Doch Eitelkeit hat ihren Preis.
Etwas, das nun der Glumpf auch weiß.
Während er so zur Kassa geht,
prüft er nochmal, was er ersteht.
Da steht „für den ganz hellen Teint“.
Der Glumpf fühlt, dass er nun gleich weint.
Da machte er sich solche Müh' n.
Doch Hautkosmetik gibt’s nicht „Grün“...
.glumpfgedicht von: die amelie ´ 08
.foto: Schalen mit Deckel und eine korinthische Pyxis, zur Aufbewahrung von Kosmetik; gefunden in einem Grab des 5. Jh. v. Chr., Kerameikos Archaeological Museum in Athen, Griechenland, Foto von: Marsyas, Own work, 2005

Wusstest Du, dass die Menschen sich schon vor mehreren tausend Jahren ihre Gesichter geschminkt haben? Die waren also schon damals ziemlich eitel.
Die Dosen, die Du oben auf dem Bild siehst, sind zweieinhalbtausend Jahre alt! Sie stammen aus Griechenland und wurden damals mit der Hand aus Ton geformt und bei über 900 Grad Celsius in einem Feuer hart und haltbar gemacht! Auch heute werden Keramikgefäße noch so hergestellt. Bärig, nicht?!
Dein Bert.
Er las zu lang im „Lederstrumpf“.
Jetzt fehlt vom Schlaf ein großes Stück.
Das Buch ist halt auch wirklich dick.
Nun zieren Ringe seine Augen.
„Es gibt doch Cremes, die da was taugen?“
So fragt er sich und macht sich früh
am Tag auf in die Parfümerie.
Dort gibt es Tiegel, Tuben, Flaschen
zum Cremen, Schmieren und auch Waschen
von zarter, ewig-junger Haut.
Auswahl, wohin das Auge schaut!
Ratlos steht er vor den Regalen,
windet sich in Entscheidungsqualen.
Dann hat er das Produkt gefunden,
das hilft bei tiefen Augenrunden.
Doch schon entstehen neue Fragen:
wie klappt's das Mittel aufzutragen?
Mit Schwämmchen, Kämmchen oder Quaste?
Was unterscheidet Fluid von Paste?
Und was ist, bitte, Elastin?
Stirnrunzelnd sieht er näher hin.
Wozu braucht Haut 'ne Condition?
Die kriegt man von viel Sport doch schon...
Als nächstes liest er „abrasiv“
und schlittert nah ans Stimmungstief.
Da helfen auch nicht Ceramide -
der Glumpf wird nun müder als müde.
Er schließt die Augen und greift zu.
Er öffnet sie und liest – nanu? -
„Für immer sollen fortan strahlen
ringlose Augen!“ Nur noch zahlen!
Er sieht den Preis und schnaubt unwillig
„Dagegen scheint Benzin ja billig.“
Doch Eitelkeit hat ihren Preis.
Etwas, das nun der Glumpf auch weiß.
Während er so zur Kassa geht,
prüft er nochmal, was er ersteht.
Da steht „für den ganz hellen Teint“.
Der Glumpf fühlt, dass er nun gleich weint.
Da machte er sich solche Müh' n.
Doch Hautkosmetik gibt’s nicht „Grün“...
.glumpfgedicht von: die amelie ´ 08
.foto: Schalen mit Deckel und eine korinthische Pyxis, zur Aufbewahrung von Kosmetik; gefunden in einem Grab des 5. Jh. v. Chr., Kerameikos Archaeological Museum in Athen, Griechenland, Foto von: Marsyas, Own work, 2005
Wusstest Du, dass die Menschen sich schon vor mehreren tausend Jahren ihre Gesichter geschminkt haben? Die waren also schon damals ziemlich eitel.
Die Dosen, die Du oben auf dem Bild siehst, sind zweieinhalbtausend Jahre alt! Sie stammen aus Griechenland und wurden damals mit der Hand aus Ton geformt und bei über 900 Grad Celsius in einem Feuer hart und haltbar gemacht! Auch heute werden Keramikgefäße noch so hergestellt. Bärig, nicht?!
Dein Bert.
Bert, der Bär, beim Friseur
Bert, der Bär,
der sieht nichts mehr.
Das stört ihn sehr.
Ab, zum Friseur!
Der greift zur Scher',
schnippt hin, schnappt her
und einmal quer.
Das ist nicht schwer.
Doch welch Malheur!
's hat der Friseur
zu viel gemäht.
Nun ist's zu spät.
Bert weiß 'nen Trick
und trägt nun Strick.
Der wärmt wolldick
und ist noch schick!

.bärengedicht/friseurgedicht: die amelie ´ 09
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