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Montag, 23. Januar 2012

Ein Zauberer mit Namen Frost


Kriecht Winterluft an Nas' und Zeh'n,
spürt man die Atemluft gefrieren,
von Norden kalte Winde weh'n,
woll'n Wolken weiße Fracht verlieren.

Spürt man die Atemluft gefrieren,
fahr'n Kinder Schlittschuh auf dem Teich,
woll'n Wolken weiße Fracht verlieren,
herrscht Zaubrer Frost über das Reich.

Fahr'n Kinder Schlittschuh auf dem Teich,
wenn Krähen kahle Bäume zieren,
herrscht Zaubrer Frost über das Reich,
geh'n Menschen dicht vermummt spazieren.

Wenn Krähen kahle Bäume zieren,
von Norden kalte Winde weh'n,
geh'n Menschen dicht vermummt spazieren,
kriecht Winterluft an Nas' und Zeh'n.





.pantun / pantum /winter-gedicht/frost-gedicht/schnee-gedicht: die amelie ´12
.bild: "Winterlandschaft mit Eisläufern und Vogelfalle", 1601, Pieter Brueghel der Ältere

Samstag, 26. November 2011

Die stillste Zeit von allen

Rau streicht Winter über Wangen,
schickt seinen Geruch voraus,
lässt den Windboten die Schwingen
breiten, ihn zu überbringen.

Schon fasst Reif mit Eiskristallen
letzte Blätter zu Juwelen,
breitet Glitzern, feines Funkeln
übers Land, ganz sacht im Dunkeln.

Bald werden leis Flocken fallen,
die Natur in Schlaf zu betten,
um Konturen weich zu malen
für die stillste Zeit
von allen.










.winter-gedicht/schnee-gedicht/advent-gedicht: die amelie ´11
.foto: die amelie `11

Mittwoch, 16. November 2011

Erstes Weihnachtsahnen

Nebelschwaden, schwer beladen
mit des Winters Luftvorboten
liegen über stillem Wasser,
ziehen Schleier zwischen Booten.

Flattern erst, dann Silhouetten:
Enten landen, schnattern leise.
Wellen plätschern gegen Plätten,
Herbstlaub treibt zur letzten Reise.

Ausgeblendet hinterm Ufer:
Häuser, grau in grau und kahl.
Nebelhorn als Schiffes Rufer
tönt noch ferne vom Kanal.

Raureif überzieht die Gräser,
taucht das Schilf in Frostigweiß.
Dunst legt sich auf Fenstergläser
als der Wärme Siegbeweis.

Dunkelheit erobert träge,
dennoch unablässig Raum,
taucht in Finsternis die Wege
samt Gesträuch an deren Saum.

Becher wärmen klamme Hände,
randgefüllt mit heißem Punsch.
Offene Adventmarktstände
wecken ersten Weihnachtswunsch.

Vogelstimmen sind verklungen.
Nur in Schwärmen krächzen Raben.
Bald wird selbst im Haus gesungen,
liegen unterm Christbaum Gaben.





.weihnachts-gedicht/novembergedicht/nebelgedicht/wintergedicht: die amelie `11

Montag, 13. Dezember 2010

Weihnachtszeit

Kalter Wind weht um die Nasen,
Flocken tanzen ringsumher.
Schnee liegt heut in allen Gassen,
Straßen und auf Bäumen schwer!

Dicht vermummt und eingepackt
bleibt´s trotz Kälte wohligwarm.
So geht´s auf den Weihnachtsmarkt -
eingehakt, fest Arm in Arm.

Lichterschein von jeder Hütte
taucht Schneeweiß in warmen Glanz.
Und die Tanne in der Mitte
sonnt sich in dem Funkelkranz

all der Kerzen und Laternen,
die ganz sacht den Platz erhellen.
Fröhliche Gesichter wärmen
die im Herz gelegnen Stellen.

Weißer Atemhauch in Luft,
dichte Schneehauben auf Dächern,
frisch-gebrannte-Mandeln-Duft
trifft auf Punsch in heißen Bechern.

Weihnachtszauber, glitzerbunt,
funkelt heut an jeder Ecke:
Christbaumkugeln, glänzendrund,
malen lichtgekleckste Flecke,

hüllen so die ganze Welt
ein mit feinem Farbgesprenkel.
Niemand, dem das nicht gefällt:
Eltern, Großeltern und Enkel -

alle lieben diese Zeit
voller Kerzenschein und Duft
mit der Welt im Festtagskleid:
Weihnachten liegt in der Luft!






.weihnachts-gedicht/advents-gedicht/winter-gedicht/weihnachtsmarkt-gedicht: die amelie, dez. ´10
.bild: "Fröhliche Weihnachten", von Viggo Johansen (1851–1935)

Donnerstag, 10. Dezember 2009

Winta-Weihnåcht


(Weihnachts-Pantum in Mundart)



De Gsichta stroin im Lichtaglaunz,
drausd wüabön eiskristoine Flockn.
Vier Kerzln flackan aufm Kraunz,
daweu mia drent beinaundahockn.

Drausd wüabön eiskristoine Flockn
vur augrennt koide Butznscheibm,
daweu mia drent beinaundahockn,
daun liaba in da Stubm bleibm.

Vur augrennt koide Butznscheibm
heascht Winta - koid und tiaf! Waaßt eh!
Daun liaba in da Stubm bleibm,
beim Ofnfeia, woam und schee!

Heascht Winta - koid und tiaf! Waaßt eh! -
schlofd untam Schnee da gaunze Woid.
Beim Ofnfeia, woam und schee,
gfrei ma uns: es is Weihnåcht boid!

Schlofd untam Schnee da gaunze Woid,
vier Kerzln flackan aufm Kraunz -
gfrei ma uns: es is Weihnåcht boid!
De Gsichta stroin im Lichtaglaunz.





.mundartgedicht/weihnachtsgedicht/pantum: die amelie ´ 09
.bild: Adolph Tiedemand, 1846, "Weihnachtsbräuche in Norwegen"

Mittwoch, 25. November 2009

Winter-Weihnacht


(ein Pantum)


Gesichter, froh im Lichterglanz!
Es wirbeln eiskristallne Flocken.
Vier Kerzen flackern auf dem Kranz,
derweil wir dicht beisammenhocken.

Es wirbeln eiskristallne Flocken
vor angelaufner Butzenscheibe,
derweil wir dicht beisammenhocken
in unsrer feinen, warmen Bleibe.

Vor angelaufner Butzenscheibe
herrscht Winter, eisig, seidigweiß.
In unsrer feinen, warmen Bleibe
wärmt Ofenfeuer, knackend heiß.

Herrscht Winter, eisig, seidigweiß,
schläft unter tiefem Schnee der Wald,
wärmt Ofenfeuer, knackend heiß,
ahnt man bereits: 's ist Weihnacht bald!

Schläft unter tiefem Schnee der Wald,
vier Kerzen flackern auf dem Kranz,
ahnt man bereits: 's ist Weihnacht bald.
Gesichter, froh im Lichterglanz!







.pantum/weihnachtsgedicht/adventgedicht und foto: die amelie ´ 09

Sonntag, 18. Oktober 2009

Winterwald-Villanelle

















Im Winterwald ist heute Feen-und Elfenball!
Geladen sind die wundersamsten Gäste.
Es tanzen Zauberwesen dort in großer Zahl.

Da freu´ n sich Faune auf die Damenwahl
beim feierlichsten aller Jahreszeitenfeste.
Im Winterwald ist heute Feen- und Elfenball!

Weich fallen Nymphenkleider lang und schmal,
der Zwerg von Welt trägt seine beste Weste.
Es tanzen Zauberwesen dort in großer Zahl!

Kalt prickelt Schaumwein im Kristallpokal
und am Buffet speist man stets nur das Beste!
Im Winterwald ist heute Feen- und Elfenball -

sieh nur, welch Reigen unter Mondes Strahl!
Schneeglanz im feinsten aller Tanzpaläste!
Es tanzen Zauberwesen dort in großer Zahl.

Vergleichbar Schönes gibt’s nicht nocheinmal!
Es zeugen tags darauf davon nicht einmal Reste...
Im Winterwald ist heute Feen- und Elfenball.
Es tanzen Zauberwesen dort in großer Zahl!



.feengedicht/elfengedicht/zwergengedicht von: die amelie ´ 09
.ölgemälde: "Waldlandschaft im Winter", Conrad Alexander Müller-Kurzwelly (1855-1914)




Schon wieder so ein Gedicht mit Wiederholungen (erinnerst du dich noch an das Pantum vom Drachenzahn?)!

Eine Villanelle ist eine ziemlich strenge Gedichtform, die im 18. Jahrhundert die Engländer von den Franzosen abgeguckt haben und die die Leute auch heute noch schön finden. Wenn du dir das Gedicht genau ansiehst, merkst du, dass es in vier Strophen mit drei Zeilen und eine fünfte mit vier Zeilen eingeteilt ist. Und die erste und die dritte Zeile aus der allerersten Strophe kehren immer wieder, an fest dafür vorgesehenen Stellen (Na, hast du sie schon entdeckt?).
Da alles Andere dazuzureimen, so, dass es auch noch eine schöne Geschichte ergibt, ist eine knifflige Sache, die großen Spaß machen kann!

Dein Bert
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