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Freitag, 6. April 2012

Spuk-Pantum

Der Uhu tut es kund:
"Schuhuu! Mein Kind, schuhuu!
Es schlug zur Geisterstund.
Ein End hats mit der Ruh!"

"Schuhuu! Mein Kind, schuhuu!"
so hallt es durch den Wald.
Du hältst die Ohren zu
und Schatten wird Gestalt.

So hallt es durch den Wald,
bis eins die Turmuhr schlägt.
Und Schatten wird Gestalt,
wo 's im Gehölz sich regt.

Bis eins die Turmuhr schlägt,
da tanzen Elben Reigen.
Wo 's im Gehölz sich regt,
wolln sie ihr Spielchen treiben.

Da tanzen Elben Reigen -
mit Wurzelwicht und Gnom
wolln sie ihr Spielchen treiben
in düstrem Monochrom.

Mit Wurzelwicht und Gnom
da spukt es sich famos!
In düstrem Monochrom
auf Waldes weichem Moos.

Da spukt es sich famos -
dir stehn die Haar zu Berge!
Auf Waldes weichem Moos
siehst Geister du und Zwerge.

Dir stehn die Haar zu Berge:
wild spukts! Im finstren Tann
siehst Geister du und Zwerge.
Nun schlägt es eins - getan!

Wild spukts im finstren Tann.
Es schlug zur Geisterstund.
Nun schlägt es eins - getan!
Der Uhu tut es kund.





.grusel-gedicht/uhu-gedicht/wald-gedicht: die amelie ´12
.bild: Louis Agassiz Fuertes, "Eastern Screech Owl", 1919

Montag, 23. Januar 2012

Ein Zauberer mit Namen Frost


Kriecht Winterluft an Nas' und Zeh'n,
spürt man die Atemluft gefrieren,
von Norden kalte Winde weh'n,
woll'n Wolken weiße Fracht verlieren.

Spürt man die Atemluft gefrieren,
fahr'n Kinder Schlittschuh auf dem Teich,
woll'n Wolken weiße Fracht verlieren,
herrscht Zaubrer Frost über das Reich.

Fahr'n Kinder Schlittschuh auf dem Teich,
wenn Krähen kahle Bäume zieren,
herrscht Zaubrer Frost über das Reich,
geh'n Menschen dicht vermummt spazieren.

Wenn Krähen kahle Bäume zieren,
von Norden kalte Winde weh'n,
geh'n Menschen dicht vermummt spazieren,
kriecht Winterluft an Nas' und Zeh'n.





.pantun / pantum /winter-gedicht/frost-gedicht/schnee-gedicht: die amelie ´12
.bild: "Winterlandschaft mit Eisläufern und Vogelfalle", 1601, Pieter Brueghel der Ältere

Donnerstag, 10. Dezember 2009

Winta-Weihnåcht


(Weihnachts-Pantum in Mundart)



De Gsichta stroin im Lichtaglaunz,
drausd wüabön eiskristoine Flockn.
Vier Kerzln flackan aufm Kraunz,
daweu mia drent beinaundahockn.

Drausd wüabön eiskristoine Flockn
vur augrennt koide Butznscheibm,
daweu mia drent beinaundahockn,
daun liaba in da Stubm bleibm.

Vur augrennt koide Butznscheibm
heascht Winta - koid und tiaf! Waaßt eh!
Daun liaba in da Stubm bleibm,
beim Ofnfeia, woam und schee!

Heascht Winta - koid und tiaf! Waaßt eh! -
schlofd untam Schnee da gaunze Woid.
Beim Ofnfeia, woam und schee,
gfrei ma uns: es is Weihnåcht boid!

Schlofd untam Schnee da gaunze Woid,
vier Kerzln flackan aufm Kraunz -
gfrei ma uns: es is Weihnåcht boid!
De Gsichta stroin im Lichtaglaunz.





.mundartgedicht/weihnachtsgedicht/pantum: die amelie ´ 09
.bild: Adolph Tiedemand, 1846, "Weihnachtsbräuche in Norwegen"

Mittwoch, 25. November 2009

Winter-Weihnacht


(ein Pantum)


Gesichter, froh im Lichterglanz!
Es wirbeln eiskristallne Flocken.
Vier Kerzen flackern auf dem Kranz,
derweil wir dicht beisammenhocken.

Es wirbeln eiskristallne Flocken
vor angelaufner Butzenscheibe,
derweil wir dicht beisammenhocken
in unsrer feinen, warmen Bleibe.

Vor angelaufner Butzenscheibe
herrscht Winter, eisig, seidigweiß.
In unsrer feinen, warmen Bleibe
wärmt Ofenfeuer, knackend heiß.

Herrscht Winter, eisig, seidigweiß,
schläft unter tiefem Schnee der Wald,
wärmt Ofenfeuer, knackend heiß,
ahnt man bereits: 's ist Weihnacht bald!

Schläft unter tiefem Schnee der Wald,
vier Kerzen flackern auf dem Kranz,
ahnt man bereits: 's ist Weihnacht bald.
Gesichter, froh im Lichterglanz!







.pantum/weihnachtsgedicht/adventgedicht und foto: die amelie ´ 09

Freitag, 16. Oktober 2009

Der Drachenzahn (ein Pantum)


Der Drachenzahn blinkt hell und magisch
im Maul des Drachen Gwendelur
und viel zu oft endet es tragisch,
folgt man der Drachentatzen Spur.

Im Maul des Drachen Gwendelur
landet so mancher Held als Fressen,
folgt man der Drachentatzen Spur
die dorthin führt, wo er gesessen.

Landet so mancher Held als Fressen,
der folgte Gwendelurens Fährte,
die dorthin führt, wo er gesessen,
im Drachenmagen mitsamt Schwerte.

Der folgte Gwendelurens Fährte,
verschwand für immer und auf ewig
im Drachenmagen mitsamt Schwerte,
floh er zu langsam und behäbig.

Verschwand für immer und auf ewig,
- das Schicksal ist wohl zu beklagen!-
floh er zu langsam und behäbig.
Davon künden die Heldensagen.

Das Schicksal ist wohl zu beklagen
und viel zu oft endet es tragisch.
Davon künden die Heldensagen:
der Drachenzahn blinkt hell und magisch.



.drachengedicht/heldengedicht von: die amelie ´09
.illustration: Arthur Rackham (1867 - 1939), für Richard Wagners "Siegfried".



Wie du vielleicht bemerkt hast, ist so ein "Pantum" ein Gedicht, das ganz genauen, ziemlich verzwickten Regeln folgt. Eigentlich kommt das Pantum, oder Pantun, wie man es auch nennen kann, aus Indonesien und ist dort ein Lied. Daher auch die vielen Wiederholungen von einzelnen Zeilen aus der jeweils vorigen Strophe in der jeweils nächsten in einer ganz bestimmten Reihenfolge . Und am Ende muss alles nochmal in der letzten Strophe einen Sinn machen. Ganz schön haarig, find ich.

Dein Bert.
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