Mittwoch, 18. November 2009

Vergurktes Märchen-Gemurks

Ein Ritter reitet.
Der König schreitet.
Die Elfe schwebt.
Das Rehlein bebt.

So ist das halt -
jede Gestalt
im Märchenland
wird so erkannt.

Stell dir nur vor,
es wär verdreht!
Dann wüsst man nie,
worum es geht:

der Ritter bebt,
ein König schwebt,
das Rehlein reitet,
die Elfe schreitet.

So geht das nicht
und die Geschicht
wird ganz vermurkst,
wenn du's vergurkst!

Stell dir nur vor:
der König schwebt!
Mit einem Mal:
die Erde bebt,

weil er – pardauz -
zu Boden fällt,
auf seinen Platz
in Märchens Welt.

Sowas versetzt
zu Recht den Ritter
in ordentliches
Angstgezitter.

Womöglich gibt’s
dann guten Grund,
warum ein Rehlein
reitet und


worauf. Auch das
ist hier die Frage.
Die Elfe schreitet
ohne Plage

aus dem Gedicht.
Sie mag es nicht.









.murks-gedicht/märchen-gedicht: die amelie ´ 09
.illustration: John D. Batten, 1892

Dienstag, 17. November 2009

Der Lockruf der Wassernixe

(eine schaurige Villanelle ganz in der Tradition eines "Erlkönig" für etwas größere Kinder, die sich gern gruseln)



Zu mir herab, tauch, süßer Jüngling, bis zum düstren Grund.
Lass dich dabei nicht in den Algenwäldern fangen!
Ich warte wasserschwebend auf dich hier, gar Stund um Stund.

Seit ich dich sah, dürstet nach dir mein kühler Mund
und meine klammen Finger danach warmes Fleisch zu langen.
Zu mir herab, tauch, süßer Jüngling, bis zum düstren Grund!

Glaub mir, es liegt für dich bereit kostbarer Fund:
der Nixen Gold, von dem der Ahnen Lieder sangen!
Ich warte wasserschwebend auf dich hier, gar Stund um Stund.

Jahraus, jahrein bewacht' den Schatz ich tief in Weihers Schlund
für dich! Drum sollst nicht länger du noch bangen!
Zu mir herab, tauch, süßer Jüngling, bis zum düstren Grund!

So einsam, schwer und kalt ist meinem Herz, und wund!
Wie gern berührt' ich deine rosenroten Wangen!
Ich warte wasserschwebend auf dich hier, gar Stund um Stund.

Ich weiß: bald trifft mich leer dein Blick aus Augenrund,
verstummen all der Liebe Worte, die zuvor erklangen.
Zu mir herab, tauch, süßer Jüngling, bis zum düstren Grund.
Ich warte wasserschwebend dann mit dir, gar Stund um Stund.



.nixengedicht/gruselgedicht/schauriges gedicht: die amelie ´ 09
.foto: die amelie ´ 09

Dienstag, 10. November 2009

Monsterkeksbacktag (kein Gedicht für schwache Mägen)


Ritzeratze Zippelfrack,
heut ist Monsterkeksbacktag!
Kekse essen Monster gern,
doch nicht Zimt- und Mandelstern.

Viel zu hübsch sehn diese aus
für den Monstertellergraus.
Wahren Monster-Un-Genuss
gibt's nur OHNE Zuckerguss.

In den Teig gehör'n hinein:
Moorhuhnei und Algenschleim!
Anstatt Mehl und Orangeat
rührt man Staub und Waldschrattbart

mit dazu, bis alles cremig
oder glitschig-schleimig-sämig.
Lässt danach die Masse ruh'n
in ganz alten Morschholztruh'n

für ein Jahr oder auch zwei.
Dann hol man sie rasch herbei,
walze sie schön flach und platt,
klopf die Würmer darin glatt,

steche schöne Förmchen aus.
Käfer sehen da gut aus!
Oder nimm Kotzpfützenform,
die gefällt auch ganz enorm!

Ab ins Backrohr, wieder raus:
herrlich fahlgrün sieht das aus!
Nun noch liebevoll garniert
und mit allem dekoriert,

was da krabbelt, kreucht und fliegt.
Wenn's dann auf dem Teller liegt,
unser Monster-Kleingebäck,
krieg, du Menschlein, keinen Schreck!




.keks-gedicht/monster-gedicht/ekel-gedicht/back-gedicht: die amelie ´ 09
.monstergebäck-bild: http://www.holidash.com/halloween/crafts/diy-halloween

Sonntag, 8. November 2009

Eugen Eulerich



Eugen, alter Eulerich,
bist ganz schön großmäulerich!
Machst vor Olga Eulendame
für dich selbst eifrigst Reklame.

Plusterst, bläst und spielst dich auf,
fliegst zur Kirchturmuhr hinauf,
einen Looping obendrüber.
Eugen, bist du ganz hinüber?!

Olga findet Wagemut
nämlich überhaupt nicht gut.
Und sie hätt es dir gesagt,
hättest du sie nett gefragt

nach 'nem Eulen-Rendezvous
nachts mit Mondschein und Schuhuu
(Olga mags lieber romantisch
anstatt heldenhaft-gigantisch)!

Lass die Flattershow doch sein!
Sieh nur – sie sitzt ganz allein!
Eugen, hör: so wird das nix!
Schluss jetzt mit dem Rumgefliegs!

Lad sie doch zum Essen ein:
auf Feldmaus bei Glühwurmschein
und ein Schlückchen Wiesentau -
das mag jede Eulenfrau!

Prahl nicht, doch erzähl von dir.
Frag sie auch „wie geht es dir?“
und erkämpf mit Charme und Scherz
Olga Eulendames Herz!






.eulengedicht/erober-gedicht: die amelie ´ 09
.bild: "Zwei Eulen", Thomas Moran, 1837 - 1926

Samstag, 7. November 2009

Mamas und Bionicles



Die Amelie hat auch einen Sohn, der Bionicles ganz toll findet und einige selbst besitzt. Wie es ihr als Mutti damit geht, hat sie in einem Gedicht beschrieben. Vielleicht kommt dir das ja bekannt vor... (kicher):


Oh, Makuta, steh mir bei!

Roodaka und Sidorak,
Anführer der Visorak -
was, die kennst du? Das ist recht:
denn Bionicle ist echt

allerfeinstes Heldentum.
Da geht es um Macht und Ruhm,
um den Kampf von Gut und Böse
und um wahre Herzensgröße.

Ich, als Mama, hab's nicht leicht,
weil sehr vieles sich so gleicht:
da gibt es die Matoraner,
andre heißen Glatorianer

und Barraki gibt es auch.
Ach, ich steh oft auf dem Schlauch,
geht’s drum all die Kampfgestalten
auseinander mir zu halten.

Auch verwandeln sich die gleichen,
leben in verschiednen Reichen:
Metru oder Mahri Nui,
Mata, Voya? Uiuiui....

Toa Mahri und Inika -
wer bekämpfte die Pirika?
Was? Piraka heißt das? Puh!
Bitte, drück ein Auge zu.

Oder lieber doch gleich zwei.
Oh, Makuta, steh mir bei!








Und guckt mal, was die Amelie dazu auf youtube gefunden hat!
Einen Trickfilm wie diesen zu machen, ist ganz schön viel Arbeit!
Also ich find ihn toll! Brumm!


Viel Vergnügen!

Euer Bert





.bionicle-gedicht: die amelie ´ 09

Freitag, 6. November 2009

Fremd zu sein

Dinge, die der Mensch nicht kennt,
nennt er „fremd“.
Manches, was wir nicht verstehn,
wenn wir's sehn,
macht uns mulmig tief im Magen
und wir sagen:

Es ist doof!
Es ist blöd!
Es ist mies!

Doch das ist fies!

Und auch dumm!
Denn andersrum

ist's genauso. Oder nicht?
Denn das Fremde kennt UNS nicht!

Hat man's schon mit dir gemacht:
gar nicht lange nachgedacht,
gar nicht erst 'ne Chance gegeben?

„So ist das eben!“???

Findest du das denn ok?
Tut das innen drin nicht weh?
Ist's ein Mensch gar, so wie wir,
geht’s ihm ganz genau wie dir!

Seh'n wir's ein: „fremd“ zu sein
macht manchmal verdammt allein.




.einsamkeits-gedicht/fremd-sein-gedicht/angst-gedicht: die amelie ´ 09
.bilder: wiki-commons

Dienstag, 3. November 2009

Tier-Namen-Geholper


Wie heißt ein Gorilla-
Mädchen? Logo: Tilla!

Wie heißt wohl ein Panda-
Mädel? Klaro: Wanda!

Wie heißt dann ein Falter-
Knabe? 'türlich: Walter!

Deshalb heißt ein Rochen-
Junge auch nur Jochen.

Und die kesse Wanze?
Tja, die heißt Konstanze.

Fast vergessen! - Jan
heißt der Wanzenmann.

Wär Klaus eine Mäusin,
hieße er dann Kläusin?

Wie heißt bloß -owei! -
Mama Papagei?

Warum das Gedicht
holpert?
Weiß ich nicht.


.holper-gedicht/unfug-gedicht/namen-gedicht: die amelie ´ 09
.öl-gemälde: "Wein und Konfekt, Maus und Papagei" von Georg Flegel (1566–1638)

Samstag, 31. Oktober 2009

Radnetzspinne Berta Koch

Radnetzspinne Berta Koch
ruft entsetzt: „Herrjeh! Ein Loch!
Hier! In meinem Netz, ganz groß.
Ach, was mach ich denn jetzt bloß?

Ganz zerstört ist das Geflecht.
Hält nur noch mehr schlecht als recht.
Und es hängt, - ich mein, ich spinn! -
nicht ´mal eine Fliege drin.

Feines Netz hat seine Tücken,
lässt sich nicht so einfach flicken!
Alt und morsch sind meine Haxen,
neuem Netzbau kaum gewachsen.

Viel zu mühsam wird’s mir hier
bei Herrn Müller auf Tür 4.
Also werd ich nicht lang fluchen,
neues Jagdrevier mir suchen.“

Kaum gesagt, ist's schon getan.
Berta fängt zu krabbeln an.
Da! Bei Jansens Außenleuchte
schien es wohnlich, wie ihr deuchte.

Motten, Mücken, groß an Zahl,
schwirren dort im Lichterstrahl!
Bertas Magen brummt „Jawoll!
Hier find ich's so richtig toll!“

Unsre Spinne, gar nicht dumm,
folgt dem Magenrumgebrumm.
Fasst voll Hoffnung Kraft und Mut:
„Dieses Mal noch! Richtig gut!“

Webt sogar mit Doppelfaden,
dass ihr Netz bleibt ohne Schaden.
Groß die Mühe! Doch auch wert:
hat ein Spinnennetz beschert,

das sogar Nachtschwärmer hält!
„Wow! Das tollste Netz der Welt!“
schwärmt Emilio Weberknecht,
wohnhaft Türe 6, bei „Brecht“.

Berta, stolz und auch verlegen,
muss sich erstmal schlafen legen.
Schwer wiegt jedes Spinnenbein.
So schläft sie erschöpft gleich ein.

Träumt von Spinnenfestgelagen
an noch vielen satten Tagen.
Dem, was Spinnenherzen freute:
Große, fette Spinnenbeute!



.spinnengedicht/mutgedicht/nicht-aufgeben-gedicht: die amelie ´ 09
.spinnen-illustration: "Die lächelnde Spinne" von Odilon Redon, 1891

Freitag, 30. Oktober 2009

Ottos Mops, Ernst Jandl (gar nicht so ernst) und Brechts Specht



Du kennst vielleicht schon das Gedicht "Ottos Mops" von Ernst Jandl.
In dem unteren Fenster kannst du ihn selbst sehen und hören, wie er sein Gedicht vorträgt.
Im oberen hat jemand ganz kreativ aus Jandls Text eine sogenannte Animation gemacht und mit schöner Musik kombiniert, sodass alle Buchstaben (und zwar jeder einzelne!), die in "Ottos Mops" vorkommen, sich bewegen und dazu tanzen.

Ich seh mir das immer wieder gern an!
Und das Gedicht selbst find ich sowieso toll!
Brumm! Auch dir viel Spaß dabei

wünscht


Dein Bert








Ob du wohl auch ein Gedicht mit nur einem einzigen Vokal hinbekommst? Versuch es doch einfach. Es macht auf jeden Fall Spaß!

Und vielleicht kommt ja auch so etwas dabei heraus wie das Gedicht hier, das die "amelie" natürlich Ernst Jandl zu Ehren versucht hat (sie hat übrigens einmal in dem Gedicht "geschummelt". Hihi. Findest du heraus, wo?):


Brechts Specht


Brechts Specht peckt.
Specht: tekk tekk!

Brecht: weg, Specht, weg!
Specht (recht keck): peck!

Brecht zecht.
Brecht geht’s echt schlecht.
Specht: kneck kneck!
Brecht: ächz.

Brecht: Specht! Wech!

Brecht redet.
Brecht wedelt.
Brechts Specht steht.
Brechts Specht peckt.
Brechts Specht steckt.

Brecht: Pech, Specht! Pech!




.spechtgedicht/dada-gedicht/jandl-gedicht/vogelgedicht: die amelie ´ 09

Dienstag, 27. Oktober 2009

Waldspektakel


Ach, im Wald ist es so still...
nur, wenn man nicht hören will!
Da ein Rascheln, dort ein Wispern,
Käfertrappeln, Herbstlaubknistern.

Nur weil man nicht alles sieht,
heißt das nicht, dass nichts geschieht!

Unter dir wühl´n Regenwürmer,
Spinnen rennen, schnell wie Stürmer.
(Tore schießen sie wohl keine,
sonst verknoten sich die Beine!)

Pillendreher kugeln Mist,
wie es ihre Art so ist.

Waldohreulen drehen stumm
ihren Kopf fast ganz herum.

Waldameisenarbeitstruppen
sammeln Raupen oder Puppen.

Doch es gibt noch so viel mehr!
Waldspektakel, bitte sehr!

Salamander, Ringelnattern,
von links oben Flügelflattern!

Spitz die Ohr´n und hör gut hin!
Alles lebt! Du mittendrin!

Nichts ist laut, wo es nicht muss,
Bächleinrauschen ein Genuss.

Schärf den Blick für Winzigkleines!
Dann entdeckst du noch mehr Feines!

Was noch fehlt, verrat ich nicht -
viel zu lang würd das Gedicht.
Manches ist noch nicht entdeckt,
weil es sich zu gut versteckt!
Hat noch nicht mal einen Namen,
wie zum Beispiel .......





.waldgedicht/naturgedicht/tiergedicht: die amelie ´ 08
.illustration: Jan van Kessel (1626-1679), "Insekten und Beeren"

Kindersommer



"Schnitterschnatter! Rumgeflatter!"
watscheln Enten aus dem Gatter.

Blökend, „mäh“hend, Wiesen mähend
schlendern Schafe, fast schon stehend.

Bummelbrummelnd, summend grummelnd
Hummeln sich um Blüten tummeln.

Sirrend, schwirrend, leise flirrend
Flügelschlag mag Luft verwirren.

Itzelbitzel Zehenkitzel !
Grashalm in dein Ohr reinfitzel...

Sommer, Sonne, gleißendweiß,
Funkelglitzerwassereis.

Schau durch deiner Murmel Glas!
Mehr noch siehst du...
und all das!




.sommergedicht/spaßgedicht/wortspielgedicht: die amelie ´ 08
.foto und bearbeitung: die amelie ´ 09

Radau in der Au


„Blubb“ – da! Ein Frosch
springt und macht „Splosch!“

Es klingt wie „Splisch!“,
schnellt hoch ein Fisch.

Leise tönt -„Sirr“-
Libellengeschwirr.

„Tokk tokk tokk tokk“ -
klopft Holz der Bock.

„Tack tack tack tack“ -
hallt Spechtgehack.

„Wlatsch“ reiten Welle
Schildkröten schnelle.

„Kchchch“ kratzt auf Holz
Schlangenhaut stolz.

Träg brummeln - „bsssssummm“ -
Hummeln herum.

Still stehst nur du,
die Augen zu,

lauschst ganz genau
hier in der Au,

Sonne an Haut.
Ist das hier laut!



.geräuschegedicht/naturgedicht/hörgedicht/sommergedicht: die amelie ´ 09
.fotos und collage: die amelie ´ 09

KinderKleiderHaufen (ein Kindergarten-Anzieh-Gedicht)

Frau Knolls coole „Dino-Gruppe“
fühlt sich heut als „Selbst-Mach-Truppe“.
Nach dem Schwimmen - ganz allein! -
woll'n sie ins Gewand hinein!

Tim hat alles vorbereitet
und die Sachen ausgebreitet.
Um die Ecke mit viel Braus
flitzt nun Ulli, rutscht drauf aus.

Mittenrein ist er gelaufen -
jetzt liegt da ein großer Haufen.
„Pöh! Wir kriegen das schon hin!“
beginnt man sich anzuzieh'n.

Die famose Unterhose
ist die von der Mia Klose.
Und die Schlabberringelsocken
sind von Lale mit den Locken.

„Iiiiih, ein Rüschenrock“, kreischt Jan,
„niemals kommt der an mich dran!“
„Pah!“ meint Antje, „die Bluejean
steck dir, Jan, doch sonstwohin!“

„Pssst!“ raunt die empörte Dörte,
„ob sich das jetzt wohl gehörte?!“
„Meine Hose!“, ruft Paul, „Fein!“
und schlüpft schon ins Hosenbein.

„Das ist meine!“ zerrt fest Laurin,
„guck gefälligst ganz genau hin!“
Mittendrin schnieft leis Marleen
„mich friert schon so in den Zeh'n.“

Robert trägt als Stützverband
Miriams Stirnband an der Hand,
hat zum Wärmen seiner Ohren
Kniestrümpfe sich auserkoren.

Denn die baumeln so schön toll.
„Uuuups!“. Da kommt auch schon Frau Knoll!
„Meine Güte! Schreck und Graus!
Kinder, wie seht ihr denn aus?!“



.anziehgedicht/kindergartengedicht/spaßgedicht: die amelie ´ 09

Sonntag, 25. Oktober 2009

Lotte Motte (ein Gourmet-Gedicht)



Lotte Motte, die ganz flotte,
frisst niemals frische Karotte.
Auch nicht Obst oder Tomaten.
Sind viel zu gesund geraten!

„Vitamine?“ sagt sie. „Iiiiiih!
Sind Gift für mich Flügelvieh!
Lieber mag ich eingespeckte,
Schokofinger-Fett-befleckte

Omama-Pelzmantel-Krägen.
Meilenweit flieg ich deswegen!
Und daneben, Opas Frack
mit 'nem Ketchup-Fleck drauf. Zack!

Schon bin ich im Paradies!
Koste mich durch Mantel-Vlies,
durch Wollmützen, - Handschuh, -Socken!
All das kann mich sehr verlocken!

´Currywurst an Winter-Sweater´
hebe ich mir auf für später.
Und für ´Eierlikör-Jus
auf Twin-Set´ ist es zu früh.

Der kommt dann als Digestif.
Fein diniert wird hier mit Schliff!
Erst sind die hors d'oeuvre dran:
unterm Perser Bubblegum,

luftgetrocknet, herrlich zäh,
passt zu Lutschbonbon-Paté.
Platzteppiche sind per Exempel
feinste Gourmet-Motten-Tempel!“

Lotte weiß das, sie ist klug,
macht sich auf zum nächsten Flug
zu Frau Krauses Wäscheschrank:
Mottenfestmahl – nächster Gang!

Doch – oh Schreck! - was sieht sie liegen,
sich an Unterhemden schmiegen?
Ekelhaft und kugelrund?
Alarm! Mottenkugel-Fund!

Und – Igitt! - hier in der Luft
liegt plötzlich ein fieser Duft
nach Lavendel. Lottes Magen
krümmt sich, will beinah versagen.

Taumelnd dreht sie grad noch ab.
Fühlt sich nun ganz schrecklich schlapp.
„Ach, verflixt!“ denkt sie verdrossen,
„wieder ein Lokal geschlossen!“



.mottengedicht/gourmetgedicht/spaßgedicht von: die amelie ´ 09
.mottenfoto: Roman Köhler
.motten-zeichnung/naturstudien: Maria Sibylla Merian, 1705 veröffentlicht



Hallo!

Falls du gerade beim Lesen über die schwierigen französischen Wörter gestolpert bist, die man heutzutage verwendet, wenn man damit zeigen will, dass man was von gutem Essen versteht, dann helf ich dir ein wenig.
Immerhin sind die ja ganz anders auszusprechen als sie da stehen. Und man sagt dann auch nicht Rindsbraten mit Tunke, sondern eben Rinderbraten an Jus (das sagt man übrigens "Schüüü"). So ein "gewöhnliches" Wort wie "zu" oder "mit" würde ja verraten, dass man keine Ahnung von französischer Küche hat! Mir ist das allerdings ziemlich bären-wurst. Hauptsache, das Essen schmeckt gut! Brumm!

(Die fettgedruckten Silben sind die, die du betonen musst, damit du wie ein Franzose klingst):

"Jus" wird Schüüü gesprochen.
"Digestif" wie Di-schöss-tiff .
Am schwierigsten sind die "hors d´ oeuvre". Die spricht man nämlich so: Ohr-dööövr.
"Paté" (mit dem kurzen Strich auf dem e) sagt man Pa-teeee und "Gourmet" wird Gur-meeee gesprochen.

Brumm! Ja, jetzt klingst du wie ein echter Franzose. Oh lala!

Dein Bert

Mittwoch, 21. Oktober 2009

Der Glumpf und die Kunst (ein Gedicht mit französischem Akzent)

„Schöner Wohnen!“ denkt der Glumpf
sich daheim, ganz nah am Sumpf.
„Der Behausung fehlt der Schliff,
und dem Interieur der Pfiff!“

Überm Sofa fehlt ein Bild.
„Das ist alles halb so wild!“
sagt der Glumpf sich und bricht auf
in die Stadt zum Bilder-Kauf.

Gar nicht lang, da sieht er sie,
vis a vis, die Galerie!
Oh la la! Da prangen schon
mono- und auch polychrom

an den Wänden dicht gedrängt,
exquisit ins Licht gehängt,
Leinwände voller Acryl.
Manche davon mit Gefühl

vollgespachtelt, andre so,
dass man sie wohl nur im Klo...
Doch da kommt schon der Besitzer.
Im Gesicht ein Bart – ein spitzer.

„Was gan isch äut für Sie tün?“
fragt der sogleich ungestüm.
Am französischen Akzent
man den Kunstfachmann erkennt!

Mutig prescht der Glumpf voran,
hebt gerad zum Sprechen an,
doch da fällt ihm schon ins Wort
dieser Kunstexperte dort.

„Ah! Isch säh schon, Sie sind frei
im Umgong mit Malärei.
Das 'ab isch sogleisch ergannt
an Make-up und am Gewand!

Nur wär sisch so stylisch kleidät,
'at dem Günstlär nischt geneidät
jenäh Gabäh, welsche macht,
dass är – schwüpp! – gons unbedacht,

mit gar göttlischem Geschick
und jenäm besondrän Blick
für das Wesäntlische, Schönäh
wählt die rischtigän Farbtönäh!“

„Isch hätt gerne was in Grün“
wagt der Glumpf ihn zu bemühn.
Ist ihm, wenn uns richtig deucht,
da nicht grad ein „Sch“ entfleucht?

„Grün! Die Farbe der 'Offnüng!“
Freuderfüllt die Augen sprüh'n
nun von unserm Galerist,
weil der grad voll Hoffnung ist,

endlich jenen Ladenhüter
von Hans-Dieter Brejenklüter,
einem leider stets verkannten
Malgenie, ganz unbekannten,

loszuwerden. Wär das fein!
Rasch trägt er das Bild herein.
Darauf sieht man – grün in grün -
Spachtelspuren Bahnen ziehn.

„Sehän Sie nur wie famös,
där Günstlär 'ier 'at pastös
seine Offnüng ausgedrückt.
Wahrlisch, welsch ein Meistärstück!“

Doch der Glumpf hört gar nicht zu.
Er genießt in aller Ruh
all die glitschig, gatschig-schönen
Matschmalspur'n in Erbsgrüntönen.

„Grad als wär's für mich gemacht!“
hat er sich sofort gedacht.
Eine gute Stunde später
hängt das grüne Donnerwetter

überm Sofa und erhellt
grün des Glumpfs Gemüt und Welt.











.glumpfgedicht/kunstgedicht/malereigedicht/spaßgedicht von: die amelie ´ 09
.bild und bearbeitung: die amelie ´ 09



Pssst! Ich wette, der Hans-Dieter Brejenklüter hat sein Bild in der Murmel-Mal-Technik gemalt!

Das kannst DU übrigens auch:
du brauchst dazu einen Schachteldeckel mit Rand. Da hinein legst du ein Papier, das du auf die passende Größe zuschneidest oder faltest.

Dann benötigst du noch Murmeln und Fingermalfarben.

Tunke die Murmeln ordentlich in die Fingermalfarben, leg sie dann in den Schachteldeckel auf das
Papier. Und nun lässt du den Deckel mit den Murmeln drin ordentlich wackeln und wanken, kreisen und schwanken. Wenn die Murmeln dann so auf dem Papier in dem Deckel rumkullern, malen die ein spannend-tolles, abstraktes Bild!

"Abstrakt" bedeutet übrigens "ungegenständlich". Das heißt, man erkennt auf dem Bild keine Menschen oder Tiere oder überhaupt irgendwelche Sachen. Da geht es nur um Farben, Formen und Richtungen. Und das ist oft auch sehr toll anzusehen!

Probiers aus! Es macht echt bärig Spaß!

Dein Bert
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