Dienstag, 22. Februar 2011

Am Meer

Wellen schlagen gegen Land,
Zehen wühlen tief im Sand,
Muscheln treiben an den Strand,
die vor dir noch keiner fand.

Möwen laufen vor dir her.
Sand schleppst du, in Eimern schwer.
Baust aus Treibholz dir ein Wehr.
Schön ist's hier, am weiten Meer!






.meergedicht/strandgedicht/urlaubsgedicht: die amelie, ´11
foto: die amelie ´11

Montag, 31. Januar 2011

Eine schmutzige Piratengeschichte

Augenklappen, Holzgebein,
Totenschädel auf der Flagge.
Kautabak in jeder Backe -
müssen wohl Piraten sein!

Ungewaschen sind die Kleider,
ungewaschen Haar und Haut.
Auch die Zähne - wie mir graut! -
ungeputzt. Und löchrig - leider!

Näher kommen sie und näher!
Schon kann ich ihr Gröhlen hören.
Und - Moment! Ich könnte schwören:
aus dem Krähennest, der Späher

rief ganz laut (mit Mundgeruch)
"Käpt´n! Saub´res Schiff voraus!
Sieht mir ganz nach Schätzen aus!"
(dann folgt ein Piratenfluch).

Schwarze Ränder unter Nägeln,
dickes Schmalz in tauben Ohren.
Schweißgeruch aus allen Poren
hängt in windgebauschten Segeln!

Eine Bö trägt zu mir her
Ranzgeruch vom Käsefuß
schon als allerersten Gruß
- huah, da schüttelts mich doch sehr.

"Kommt nur" grins ich in mich rein.
"Wenn ihr wüsstet, welche Ware
ich hier durch die Gegend fahre,
würdet ihr euch nicht so freun..."

Seifen, Bürsten, Tücher, Schwämme
und Parfüm, frisch aus Aruba.
Dazu viele Badezuber
und für sprödes Haar noch Kämme.

Doch da entern die Piraten,
wild ihr Blick und wild ihr "Duft".
Und mit Knoblauchfahne ruft
wohl ihr Käpt´n: "Lasst euch raten,

keinen Widerstand zu leisten!
Eure Ladung ist nun mein.
Mann, wie kriegt ihr euch so rein?
Das frag ich mich grad am meisten..."

"Sag ich nur", antwort´ ich keck,
"wenn ihr Schiff und Leute schont.
Dafür werdet Ihr entlohnt
mit dem, was ich unter Deck

übers Meer hier mit mir führe.
Erst mal tut´s ein heißes Bad,
danach trimmen wir den Bart.
Anschließend gleich Maniküre!"

Und nach Stunden, ach nein, Wochen
segeln blitzeblank und rein
die Piraten wieder heim.
Ham´ noch nie so gut gerochen!





.piratengedicht/spaßgedicht/sauberkeits-gedicht/schmutz-gedicht: die amelie ´11
.bild: "Blackbeard in Rauch und Flammen", Frank E. Schonoover, 1922

Freitag, 28. Januar 2011

Warum Medizin pfui-bäh schmeckt

Ach, wie fühl ich mich heut elend -
Hals- und Kopfweh sind echt quälend.
Und so lieg ich hier im Bett,
wünsch mir, dass ich sie nicht hätt.

Viel zu schwer fällt mir das Schlucken.
Grade kann ich auch nicht gucken.
Schüttelfrost machts nicht viel netter.
Aber Mama ist mein Retter!

Macht mir Wickel gegen Fieber,
kocht mir Tee und singt mir Lieder,
liest mir endlos lange vor,
streicht das Haar mir hinters Ohr.

Hilft mir beim Tabletten schlucken -
dabei darf ich pfui-bäh-gucken,
denn die find ich gar nicht gut.
Aber Vati macht mir Mut!

Sagt, das brauch ich, um zu schlafen,
dass das "Medizinmann-Waffen"
sind vom Doktor Winkelmann,
der mich heile machen kann.

Und die müssen grauslich schmecken,
weil drin kleine Krieger stecken,
die die Viren wild bekämpfen
und auch meine Schmerzen dämpfen.

Die vertreiben wohl das Pack
durch den ekligen Geschmack...
Ich bin tapfer, würg es runter.
Bald schon bin ich wieder munter!





.krank-sein-gedicht/krankheit-gedicht/medizin-gedicht: die amelie ´11
.bild: Woldemar Friedrich (1846-1910), "Prinzessin Luise liest einem kranken Kind aus dem Dorfe vor", 1780

Montag, 24. Januar 2011

Tanzkurs im Zoo

Als die armen Nilpferddamen
sich unter den Armen nahmen
und den richt´gen Dreh bekamen,
fiel´n sie beinah aus dem Rahmen!

Und ringsum auf blanken Planken
sah man Unken angstblass wanken.
Wär´n im Boden gern versunken,
man hat sie drum abgewunken!

Und es tanzte Tanzbär Bert
links zwei, rechts zwei, drei verkehrt
und vier Schritte gradeaus.
Puff! - und die Musik ging aus!






.nonsens-gedicht/spaß-gedicht/tanz-gedicht/tier-gedicht/zoo-gedicht:die amelie ´11
.bild: "Der Tanzbär", Tafel V, aus: Johann Ferdinand Schlez, BilderFibel zur Beförderung der LautMethode. Ein Versuch die Absicht des ABC-Bilderwesens durch eine neue Anwendung desselben besser zu erreichen, nebst einem Lesebuch. Giessen [u.a.] 1810, quelle: wiki commons

Käfers Winterschlaf

Funkelkrabbelkäferlein,
hast so flinke Beine!
Und dein Panzer glänzt so fein
unterm Sonnenscheine!

Schillerst golden, blau und grün
wie ein Edelstein.
Gräbst dich, wenn die Vögel zieh´n,
tief ins Waldlaub ein.

Doch ich hör dich immer noch
rascheln unter Blättern.
Dann läufst du den Baumstumpf hoch.
Mann, kannst du gut klettern!

Suchst dir flugs ein Rindennest,
um drin warm zu rasten.
Wenn der Herbst den Wald verlässt,
musst auch du lang fasten.

Erst im Frühling, wenn es taut,
reckst du deine Glieder.
Rat mal, wer dann nach dir schaut!
Klar - auch ich komm´ wieder!







.käfer-gedicht/wald-gedicht/natur-gedicht: die amelie, jan. ´11
.foto: die amelie, okt.´10

Naturgeheimnisse III

Der Lurch
(eine Arten-Bestimmung)


Auf weiter Flur in Furchen kreucht
ein andrer Lurch als der, der fleucht
im Hausesinneren in Ecken,
wo man ihn ungern mag entdecken!
Den Flurenlurch kann man lang suchen,
den Hausstaublurch voll Furcht verfluchen.
Doch beiden - rar oder auch häufig -
ist Furchenlurchen gleich geläufig.






.lurch-gedicht/spaß-gedicht/wortspiel-gedicht/molch-gedicht: die amelie, jan. ´11
.bild: Hieronymus Bosch (ca. 1450 -1516), "The Garden of Early Delights"

Naturgeheimnisse II

(Geräusche im Sumpf)


Wo dumpf dem Sumpf ein Ruf entspringt,
wenn Messers Schneid den Lurch durchdringt,
dort grollt voll Zorn in Moll ein solcher
schmollender, toller Molcherdolcher!





.molch-gedicht/wortspiel-gedicht/spaßgedicht: die amelie, jan. ´11
.molch-bild/salamander-bild: "Der Feuersalamander", Heinrich Harder (1858-1935)

Samstag, 18. Dezember 2010

Kleine Mädchen und Monster

(meiner Nichte Rosmarie gewidmet)


Rosmarie ist heute Monster,
guckt ganz grimmig, wild und schief.
(Möglich wäre, dass es dran liegt,
dass sie viel zu wenig schlief.)

Und so rollt sie unter Brauen,
tief gezogen, Augen rund,
fletscht die kleinen, vielen Zähne
im Grad-noch-Prinzesschen-Mund.

Krallen werden ihre Finger,
fest entschlossen zuzupacken.
Wenn man sie so sieht, dann rieselt
leiser Schauder über Nacken.

Aus der Kehle dringt ein Grollen,
gruselgrausigfürchterlich!
Als wir grade flüchten wollen,
lacht sie hell "Das bin doch ich!"



kleine Monster für kleine Monster


monster-gedicht/mädchen-grusel-gedicht/rosmarie-gedicht: die amelie ´10
monster-bild: "Kleine Monster für kleine Monster" (Filz) , KoBoldtDesign

Montag, 13. Dezember 2010

Weihnachtszeit

Kalter Wind weht um die Nasen,
Flocken tanzen ringsumher.
Schnee liegt heut in allen Gassen,
Straßen und auf Bäumen schwer!

Dicht vermummt und eingepackt
bleibt´s trotz Kälte wohligwarm.
So geht´s auf den Weihnachtsmarkt -
eingehakt, fest Arm in Arm.

Lichterschein von jeder Hütte
taucht Schneeweiß in warmen Glanz.
Und die Tanne in der Mitte
sonnt sich in dem Funkelkranz

all der Kerzen und Laternen,
die ganz sacht den Platz erhellen.
Fröhliche Gesichter wärmen
die im Herz gelegnen Stellen.

Weißer Atemhauch in Luft,
dichte Schneehauben auf Dächern,
frisch-gebrannte-Mandeln-Duft
trifft auf Punsch in heißen Bechern.

Weihnachtszauber, glitzerbunt,
funkelt heut an jeder Ecke:
Christbaumkugeln, glänzendrund,
malen lichtgekleckste Flecke,

hüllen so die ganze Welt
ein mit feinem Farbgesprenkel.
Niemand, dem das nicht gefällt:
Eltern, Großeltern und Enkel -

alle lieben diese Zeit
voller Kerzenschein und Duft
mit der Welt im Festtagskleid:
Weihnachten liegt in der Luft!






.weihnachts-gedicht/advents-gedicht/winter-gedicht/weihnachtsmarkt-gedicht: die amelie, dez. ´10
.bild: "Fröhliche Weihnachten", von Viggo Johansen (1851–1935)

Donnerstag, 2. Dezember 2010

Wenn Yoda reimt...

Wenn Yoda reimt, dann so das klingt,
dass Zeile manche etwas hinkt
und klingt verdreht für Leser  jeden.
Was reimen muss auch, wer so reden!




.yoda-gedicht/starwars-gedicht/spaßgedicht/wortspiel-gedicht: die amelie, ´10
.bild: "Master Yoda", von Ciro Duran, Venezuela, This file is licensed under the Creative Commons Attribution 2.0 Generic license. quelle: wikimedia commons

Dienstag, 16. November 2010

Fern im Orient...


 Fern im Orient Hexenmeister
bannen dort in Lampen Geister!
Auch in Ringe, Edelsteine
und in Flaschen - winzigkleine!

Putzt, dreht oder reibt man dann,
geht - dschinn-bumm! - der Zauber an
und mit Stöhnen, Grollen, Schnauben
quält der Geist sich unter Schrauben

durch den engen Flaschenhals.
Mir missfiel´ das ebenfalls!
Es macht fissss, es qualmt und kracht,
hat der Zaubrer nicht bedacht,

dass, dreht oder reibt man heftig,
so ein Dschinn wächst ziemlich deftig!
Rrrummms - schon fehlt das ganze Dach.
Gleich liegt auch der Rest noch flach.

Doch ist alles halb so schlimm -
schließlich hat man nun den Dschinn!
Dem befiehlt man ohne Hast:
"Bau mir einen Prunkpalast!"

Du wirst sehn, das macht der glatt!
Einfach so - da bist du platt!
Qualmt danach - ganz winzig klein -
rückwärts in sein Flaschenheim.

Wird drin auf dein Reiben warten.
Nächstes mal ruf ihn im Garten!


***




.lampengeist-gedicht/flaschengeist-gedicht/zauberei-gedicht/dschinn-gedicht: die amelie, nov ´10

bild: Chordboard, quelle: http://commons.wikimedia.org/wiki/File:CC_No_08_Arabian_Nights.jpg


Donnerstag, 11. November 2010

Echte Freunde

Echte Freunde kennst du daran, dass sie zu dir stehn.
Daran, dass sie deine Sorgen sehn.
Daran, dass sie deinen Kummer teilen,
anstatt wortlos drüberweg zu eilen.

Echte Freunde sagen dir auch ins Gesicht:
"du, ich glaube, du verstehst mich einfach nicht"
anstatt leise heimlich in sich rein zu schmollen
und sich wortlos innerlich zu trollen.

Echte Freunde haben viel Gemeinsamkeiten,
müssen nicht um Unterschiede streiten,
woll´n das Anders-Sein des Freunds verstehen,
anstatt nur das "So-wie-ich" zu sehen.

Echte Freunde können geben und auch nehmen,
wüssten nichts, was Grund wär, sich zu schämen
voreinander, nur, weil man verschieden denkt.
Biegens hin, hat man sich mal gekränkt.

Echte Freunde sind sich nie egal,
liegen nicht im ersten Kaufregal,
auch nicht gleich hinter der nächsten Ecke,
sondern irgendwann auf deiner Lebensstrecke.





freundschafts-gedicht, streit-gedicht, zusammenhalt-gedicht, freunde-gedicht: die amelie, nov ´10
bild: "Warten auf  Freunde", Wilhelm Amandus Beer, 1837 - 1907

Dienstag, 26. Oktober 2010

Naturgeheimnisse I

Bei Salamandern anerkannt
als Balsam im Land Samarkand
galt alsbald glattgewalzte Paste
samt Saft der Grashalmnarbenquaste
des Wandelsamen Halsbandfarns.
Ich gebs ja zu: ist alles Schmarrns!

Sonntag, 28. März 2010

Rappelzappelratemal

Kribbelkrabbelkratzelfüße
klettern zwischen Haselnüsse.

Schwibbelschwabbelnesselfallen -
sind die glibbrigsten von allen!

Knisterknasternagezähne
machen aus Holzstämmen Späne.

Sibberbibberzitterbeine
eilen achtfach über Steine.

Schlumpfmumpfschlotz, schon längst daheim,
gleiten sie auf eignem Schleim.

Schmatzbatzschlatz - gibt’s einen Fleck.
Kreischend fliegt sie oben weg.

Tipptapptrapp auf leisen Sohlen
huscht wer barfuß über Bohlen?

Du? Ganz ohne Strümpf und Schuh?
Klar! Nun rat den Rest im Nu!




.rätselgedicht/tiergedicht/rategedicht/tierrätselgedicht:  die amelie '10
.bilder: wikimedia, collage: die amelie

Freitag, 12. Februar 2010

Der Kalligraph im Schlaf?




In China sitzt ein Kalligraph.
Man meint, er wär in tiefem Schlaf.
Doch: nein! Er ist am Meditieren
um so den Pinselschwung zu spüren,

der ihm mit einem „Wisch!“ beschert
gar feinste Handschrift, unversehrt.
Da gibt’s zuvor kein Rumprobieren,
kein Vorschreiben. Auch kein Radieren!

Das Wort muss schon auf Anhieb sitzen
beim Pinsel-über-Seide-Flitzen.
Und darum sitzt der gute Mann
auch selbst und atmet - dann und wann.

Und grad als du schon denkst „Wie öd!“
hat er im Geiste wohl erspäht,
wie er die Schwünge führen muss,
denn – hast du nicht gesehn! - ist Schluss

mit qualvoll langem Türkensitz.
Es huscht übers Papier – potzblitz! -
der Pinsel und zieht Tuschespuren
zu makellosen Strichfiguren,

die stehen dann für „Langes Leben“,
für „Glück“ , „Gesundheit“ - sowas eben!
Was hier so scheinbar leicht passiert,
erweist sich, wenn man's ausprobiert

als große Kunst mit „Ganz viel Üben!“
So macht man das – im Osten drüben.




.china-gedicht/kunst-gedicht/asien-gedicht/schreib-gedicht: die amelie ´ 10
.kalligraphie: Detail einer Kopie von "Preface to the Poems Composed at the Orchid Pavilion" by Wang Xizhi, handscroll, ink on paper, Height 24.5cm, Palace Museum, Beijing, China, vor dem 13. Jahrhundert
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