Dienstag, 23. Oktober 2012

Hexenstunk und Zaubertrank

In der Hexenwohngemeinschaft gibt es diesmal großen Stunk.
Durch ein Missgeschick verdorben war der letzte Hexentrunk,
weshalb dieser - heftig blubbernd - unerträglich grässlich stank
und von diesem "Dufte" mancher ohnmächtig zu Boden sank.

Ann-Marie und Dörte meinten, dies wär Margaretes Schuld,
hatte diese doch beim Brauen ihres Tranks voll Ungeduld
jenes Etikett verwechselt, welches auf des Kelches Grund
"Nasenhaare eines Elches" angezeigt, die ungesund

und vor allen Dingen gänzlich, unsagbar und grausig scharf.
Weshalb man des Trankes Reste hinters Haus zum Restmüll warf.
Dies fand Margarete schade und vor allem ungerecht.
Fand sie doch, er war als Mittel gegen Schaben gar nicht schlecht.

Und so schmollen alle dreie schon seit Tagen stur und stumm.
Sprechen nicht mehr, sondern werfen bloß mit bösen Blicken rum.
Könnten diese wirklich töten, bräucht es dazu keinen Trank.
Nichtmal den von Margarete, der so grässlich hässlich stank!









.hexen-gedicht/zauber-gedicht: die amelie '12
.illustration: die amelie '12

Montag, 24. September 2012

Wenn im Herbst...

Wenn im Herbst die kecken Schnecken
kriechen unter Blätterdecken,
wolln sie sich vorm Frost verstecken!

Laub wird bunt, geht auf die Reise,
fällt zu Boden, sanft und leise.
Hör, es raschelt - eine Meise!

Eichkätzchen gehn Eicheln horten
an ganz viel verschiednen Orten.
Winter steht bald vor den Pforten!

Letzte Glut in Sonnenstrahlen
will rot-goldne Wälder malen.
Sieh - die Bäume, die fast kahlen!

Wenn im Herbst Kastanien fallen,
braun und glänzend dir gefallen,
ist's die schönste Zeit von allen!




.herbst-gedicht/wald-gedicht/natur-gedicht: die amelie '12
.bild: die amelie '12

Dienstag, 10. April 2012

Berta Bauers Bürde

(ein Stabreim-Gedicht)


Berta Bauer, blond, mit Brille,
hasst Hans-Holgers Haupt und Haar.
Rot trotzt Ringellockenfülle
Kamm und Kappe. Knabenhaar,
viel zu füllig, fein und fluffig,
unverdient, fiel an den Feind,
Kringel, köstlich klein und knuffig,
Schönheit, die Verschwendung scheint,
höhnt voll Häme Haar, das halblang,
grad, zum Gähnen grässlich glatt
Berta Bauer, blond, mit Brille,
hoch am hellen Haupte hat.





.stabreim-gedicht/haar-gedicht/frisuren-gedicht: die amelie ´12

Freitag, 6. April 2012

Spuk-Pantum

Der Uhu tut es kund:
"Schuhuu! Mein Kind, schuhuu!
Es schlug zur Geisterstund.
Ein End hats mit der Ruh!"

"Schuhuu! Mein Kind, schuhuu!"
so hallt es durch den Wald.
Du hältst die Ohren zu
und Schatten wird Gestalt.

So hallt es durch den Wald,
bis eins die Turmuhr schlägt.
Und Schatten wird Gestalt,
wo 's im Gehölz sich regt.

Bis eins die Turmuhr schlägt,
da tanzen Elben Reigen.
Wo 's im Gehölz sich regt,
wolln sie ihr Spielchen treiben.

Da tanzen Elben Reigen -
mit Wurzelwicht und Gnom
wolln sie ihr Spielchen treiben
in düstrem Monochrom.

Mit Wurzelwicht und Gnom
da spukt es sich famos!
In düstrem Monochrom
auf Waldes weichem Moos.

Da spukt es sich famos -
dir stehn die Haar zu Berge!
Auf Waldes weichem Moos
siehst Geister du und Zwerge.

Dir stehn die Haar zu Berge:
wild spukts! Im finstren Tann
siehst Geister du und Zwerge.
Nun schlägt es eins - getan!

Wild spukts im finstren Tann.
Es schlug zur Geisterstund.
Nun schlägt es eins - getan!
Der Uhu tut es kund.





.grusel-gedicht/uhu-gedicht/wald-gedicht: die amelie ´12
.bild: Louis Agassiz Fuertes, "Eastern Screech Owl", 1919

Montag, 23. Januar 2012

Ein Zauberer mit Namen Frost

Kriecht Winterluft an Nas' und Zeh'n,
spürt man die Atemluft gefrieren,
von Norden kalte Winde weh'n,
woll'n Wolken weiße Fracht verlieren.

Spürt man die Atemluft gefrieren,
fahr'n Kinder Schlittschuh auf dem Teich,
woll'n Wolken weiße Fracht verlieren,
herrscht Zaubrer Frost über das Reich.

Fahr'n Kinder Schlittschuh auf dem Teich,
wenn Krähen kahle Bäume zieren,
herrscht Zaubrer Frost über das Reich,
geh'n Menschen dicht vermummt spazieren.

Wenn Krähen kahle Bäume zieren,
von Norden kalte Winde weh'n,
geh'n Menschen dicht vermummt spazieren,
kriecht Winterluft an Nas' und Zeh'n.





.pantun / pantum /winter-gedicht/frost-gedicht/schnee-gedicht: die amelie ´12
.bild: "Winterlandschaft mit Eisläufern und Vogelfalle", 1601, Pieter Brueghel der Ältere

Mein Hund

Auf meinem Schoß,
da liegt mein Hund.
Er macht sich breit,
er macht sich rund.

Er seufzt ganz tief
voller Behagen,
versucht im Traum
ein Reh zu jagen.

Ich streich bedächtig
durch sein Fell,
das ist so flauschig,
dicht und hell.

Dann kraul ich sacht
hinter den Ohren,
zum Ohrenkrauler
auserkoren.

Ich wage kaum
mich zu bewegen,
um meinen Hund
nicht zu erregen.

Und seh ich
wie er selig schläft,
verkneif ich mir
auch mein Geschäft.

So liegt er da
und ich finds fein.
Mir schlafen bloß
die Füße ein...




.hunde-gedicht/haustier-gedicht/tier-gedicht: die amelie ´12
foto: die amelie
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