Mittwoch, 7. Dezember 2011

Willibald Palander und der Feuersalamander

Im Wald traf jüngstens Willibald Palander
beim Wandern einen Feuersalamander.
Und als der dann auch noch ganz menschlich sprach,
da staunte Willibald und sagte "Ach!

Welch Zauberspruch verlieh dir diese Gabe?
Bist du verhext? Und ist's dann auch der Rabe,
der mich zuvor am Wegkreuz streng beäugte,
in mir ein leises Schaudern so erzeugte?

Wohin bin ich denn heute bloß geraten?
Land' ich womöglich noch als Sonntagsbraten
im Ofen einer Hexe, die hier wohnt?
Ich hoffe doch, ich werd von ihr verschont!"

So bangt und überlegt der Willibald
bei sich und tönt laut plappernd durch den Wald.
Bis sich der Salamander dann erbarmt
und mit erhobnem Fingerchen entwarnt:

"Jetzt komm mal wieder runter, Wandersmann!
Hier wurd noch keiner Seele was getan.
Und würdest du nicht selber endlos reden,
dann könnt ich endlich dir den Ratschlag geben,

dass du am letzten Weg falsch abgebogen
und dir zwei linke Schuhe angezogen."
Der Willibald verstummt und guckt nach unten
und schweigt zum ersten Mal seit vielen Stunden.

Es hat der Salamander nämlich recht.
Jetzt weiß er auch, warum er heut so schlecht
gelaufen ist, schon seit er aufgebrochen.
Hat er bereits beim Schuh-Anziehn gesprochen!

Mit sich - wie er es nun mal ständig tut.
Doch wie er sieht, tut das nicht immer gut.
Zum Dank gelobt er drum dem Salamander:
"Ab heut ist Ruh! So wahr ich heiß Palander!"



 
.salamander-gedicht/wander-gedicht/wald-gedicht: die amelie ´11
.foto: Brian Gratwicke, 2009, wikimedia commons
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