Samstag, 31. Oktober 2009

Radnetzspinne Berta Koch

Radnetzspinne Berta Koch
ruft entsetzt: „Herrjeh! Ein Loch!
Hier! In meinem Netz, ganz groß.
Ach, was mach ich denn jetzt bloß?

Ganz zerstört ist das Geflecht.
Hält nur noch mehr schlecht als recht.
Und es hängt, - ich mein, ich spinn! -
nicht ´mal eine Fliege drin.

Feines Netz hat seine Tücken,
lässt sich nicht so einfach flicken!
Alt und morsch sind meine Haxen,
neuem Netzbau kaum gewachsen.

Viel zu mühsam wird’s mir hier
bei Herrn Müller auf Tür 4.
Also werd ich nicht lang fluchen,
neues Jagdrevier mir suchen.“

Kaum gesagt, ist's schon getan.
Berta fängt zu krabbeln an.
Da! Bei Jansens Außenleuchte
schien es wohnlich, wie ihr deuchte.

Motten, Mücken, groß an Zahl,
schwirren dort im Lichterstrahl!
Bertas Magen brummt „Jawoll!
Hier find ich's so richtig toll!“

Unsre Spinne, gar nicht dumm,
folgt dem Magenrumgebrumm.
Fasst voll Hoffnung Kraft und Mut:
„Dieses Mal noch! Richtig gut!“

Webt sogar mit Doppelfaden,
dass ihr Netz bleibt ohne Schaden.
Groß die Mühe! Doch auch wert:
hat ein Spinnennetz beschert,

das sogar Nachtschwärmer hält!
„Wow! Das tollste Netz der Welt!“
schwärmt Emilio Weberknecht,
wohnhaft Türe 6, bei „Brecht“.

Berta, stolz und auch verlegen,
muss sich erstmal schlafen legen.
Schwer wiegt jedes Spinnenbein.
So schläft sie erschöpft gleich ein.

Träumt von Spinnenfestgelagen
an noch vielen satten Tagen.
Dem, was Spinnenherzen freute:
Große, fette Spinnenbeute!



.spinnengedicht/mutgedicht/nicht-aufgeben-gedicht: die amelie ´ 09
.spinnen-illustration: "Die lächelnde Spinne" von Odilon Redon, 1891

Freitag, 30. Oktober 2009

Ottos Mops, Ernst Jandl (gar nicht so ernst) und Brechts Specht



Du kennst vielleicht schon das Gedicht "Ottos Mops" von Ernst Jandl.
In dem unteren Fenster kannst du ihn selbst sehen und hören, wie er sein Gedicht vorträgt.
Im oberen hat jemand ganz kreativ aus Jandls Text eine sogenannte Animation gemacht und mit schöner Musik kombiniert, sodass alle Buchstaben (und zwar jeder einzelne!), die in "Ottos Mops" vorkommen, sich bewegen und dazu tanzen.

Ich seh mir das immer wieder gern an!
Und das Gedicht selbst find ich sowieso toll!
Brumm! Auch dir viel Spaß dabei

wünscht


Dein Bert








Ob du wohl auch ein Gedicht mit nur einem einzigen Vokal hinbekommst? Versuch es doch einfach. Es macht auf jeden Fall Spaß!

Und vielleicht kommt ja auch so etwas dabei heraus wie das Gedicht hier, das die "amelie" natürlich Ernst Jandl zu Ehren versucht hat (sie hat übrigens einmal in dem Gedicht "geschummelt". Hihi. Findest du heraus, wo?):


Brechts Specht


Brechts Specht peckt.
Specht: tekk tekk!

Brecht: weg, Specht, weg!
Specht (recht keck): peck!

Brecht zecht.
Brecht geht’s echt schlecht.
Specht: kneck kneck!
Brecht: ächz.

Brecht: Specht! Wech!

Brecht redet.
Brecht wedelt.
Brechts Specht steht.
Brechts Specht peckt.
Brechts Specht steckt.

Brecht: Pech, Specht! Pech!




.spechtgedicht/dada-gedicht/jandl-gedicht/vogelgedicht: die amelie ´ 09

Dienstag, 27. Oktober 2009

Waldspektakel


Ach, im Wald ist es so still...
nur, wenn man nicht hören will!
Da ein Rascheln, dort ein Wispern,
Käfertrappeln, Herbstlaubknistern.

Nur weil man nicht alles sieht,
heißt das nicht, dass nichts geschieht!

Unter dir wühl´n Regenwürmer,
Spinnen rennen, schnell wie Stürmer.
(Tore schießen sie wohl keine,
sonst verknoten sich die Beine!)

Pillendreher kugeln Mist,
wie es ihre Art so ist.

Waldohreulen drehen stumm
ihren Kopf fast ganz herum.

Waldameisenarbeitstruppen
sammeln Raupen oder Puppen.

Doch es gibt noch so viel mehr!
Waldspektakel, bitte sehr!

Salamander, Ringelnattern,
von links oben Flügelflattern!

Spitz die Ohr´n und hör gut hin!
Alles lebt! Du mittendrin!

Nichts ist laut, wo es nicht muss,
Bächleinrauschen ein Genuss.

Schärf den Blick für Winzigkleines!
Dann entdeckst du noch mehr Feines!

Was noch fehlt, verrat ich nicht -
viel zu lang würd das Gedicht.
Manches ist noch nicht entdeckt,
weil es sich zu gut versteckt!
Hat noch nicht mal einen Namen,
wie zum Beispiel .......





.waldgedicht/naturgedicht/tiergedicht: die amelie ´ 08
.illustration: Jan van Kessel (1626-1679), "Insekten und Beeren"

Kindersommer



"Schnitterschnatter! Rumgeflatter!"
watscheln Enten aus dem Gatter.

Blökend, „mäh“hend, Wiesen mähend
schlendern Schafe, fast schon stehend.

Bummelbrummelnd, summend grummelnd
Hummeln sich um Blüten tummeln.

Sirrend, schwirrend, leise flirrend
Flügelschlag mag Luft verwirren.

Itzelbitzel Zehenkitzel !
Grashalm in dein Ohr reinfitzel...

Sommer, Sonne, gleißendweiß,
Funkelglitzerwassereis.

Schau durch deiner Murmel Glas!
Mehr noch siehst du...
und all das!




.sommergedicht/spaßgedicht/wortspielgedicht: die amelie ´ 08
.foto und bearbeitung: die amelie ´ 09

Radau in der Au


„Blubb“ – da! Ein Frosch
springt und macht „Splosch!“

Es klingt wie „Splisch!“,
schnellt hoch ein Fisch.

Leise tönt -„Sirr“-
Libellengeschwirr.

„Tokk tokk tokk tokk“ -
klopft Holz der Bock.

„Tack tack tack tack“ -
hallt Spechtgehack.

„Wlatsch“ reiten Welle
Schildkröten schnelle.

„Kchchch“ kratzt auf Holz
Schlangenhaut stolz.

Träg brummeln - „bsssssummm“ -
Hummeln herum.

Still stehst nur du,
die Augen zu,

lauschst ganz genau
hier in der Au,

Sonne an Haut.
Ist das hier laut!



.geräuschegedicht/naturgedicht/hörgedicht/sommergedicht: die amelie ´ 09
.fotos und collage: die amelie ´ 09

KinderKleiderHaufen (ein Kindergarten-Anzieh-Gedicht)

Frau Knolls coole „Dino-Gruppe“
fühlt sich heut als „Selbst-Mach-Truppe“.
Nach dem Schwimmen - ganz allein! -
woll'n sie ins Gewand hinein!

Tim hat alles vorbereitet
und die Sachen ausgebreitet.
Um die Ecke mit viel Braus
flitzt nun Ulli, rutscht drauf aus.

Mittenrein ist er gelaufen -
jetzt liegt da ein großer Haufen.
„Pöh! Wir kriegen das schon hin!“
beginnt man sich anzuzieh'n.

Die famose Unterhose
ist die von der Mia Klose.
Und die Schlabberringelsocken
sind von Lale mit den Locken.

„Iiiiih, ein Rüschenrock“, kreischt Jan,
„niemals kommt der an mich dran!“
„Pah!“ meint Antje, „die Bluejean
steck dir, Jan, doch sonstwohin!“

„Pssst!“ raunt die empörte Dörte,
„ob sich das jetzt wohl gehörte?!“
„Meine Hose!“, ruft Paul, „Fein!“
und schlüpft schon ins Hosenbein.

„Das ist meine!“ zerrt fest Laurin,
„guck gefälligst ganz genau hin!“
Mittendrin schnieft leis Marleen
„mich friert schon so in den Zeh'n.“

Robert trägt als Stützverband
Miriams Stirnband an der Hand,
hat zum Wärmen seiner Ohren
Kniestrümpfe sich auserkoren.

Denn die baumeln so schön toll.
„Uuuups!“. Da kommt auch schon Frau Knoll!
„Meine Güte! Schreck und Graus!
Kinder, wie seht ihr denn aus?!“



.anziehgedicht/kindergartengedicht/spaßgedicht: die amelie ´ 09

Sonntag, 25. Oktober 2009

Lotte Motte (ein Gourmet-Gedicht)



Lotte Motte, die ganz flotte,
frisst niemals frische Karotte.
Auch nicht Obst oder Tomaten.
Sind viel zu gesund geraten!

„Vitamine?“ sagt sie. „Iiiiiih!
Sind Gift für mich Flügelvieh!
Lieber mag ich eingespeckte,
Schokofinger-Fett-befleckte

Omama-Pelzmantel-Krägen.
Meilenweit flieg ich deswegen!
Und daneben, Opas Frack
mit 'nem Ketchup-Fleck drauf. Zack!

Schon bin ich im Paradies!
Koste mich durch Mantel-Vlies,
durch Wollmützen, - Handschuh, -Socken!
All das kann mich sehr verlocken!

´Currywurst an Winter-Sweater´
hebe ich mir auf für später.
Und für ´Eierlikör-Jus
auf Twin-Set´ ist es zu früh.

Der kommt dann als Digestif.
Fein diniert wird hier mit Schliff!
Erst sind die hors d'oeuvre dran:
unterm Perser Bubblegum,

luftgetrocknet, herrlich zäh,
passt zu Lutschbonbon-Paté.
Platzteppiche sind per Exempel
feinste Gourmet-Motten-Tempel!“

Lotte weiß das, sie ist klug,
macht sich auf zum nächsten Flug
zu Frau Krauses Wäscheschrank:
Mottenfestmahl – nächster Gang!

Doch – oh Schreck! - was sieht sie liegen,
sich an Unterhemden schmiegen?
Ekelhaft und kugelrund?
Alarm! Mottenkugel-Fund!

Und – Igitt! - hier in der Luft
liegt plötzlich ein fieser Duft
nach Lavendel. Lottes Magen
krümmt sich, will beinah versagen.

Taumelnd dreht sie grad noch ab.
Fühlt sich nun ganz schrecklich schlapp.
„Ach, verflixt!“ denkt sie verdrossen,
„wieder ein Lokal geschlossen!“



.mottengedicht/gourmetgedicht/spaßgedicht von: die amelie ´ 09
.mottenfoto: Roman Köhler
.motten-zeichnung/naturstudien: Maria Sibylla Merian, 1705 veröffentlicht



Hallo!

Falls du gerade beim Lesen über die schwierigen französischen Wörter gestolpert bist, die man heutzutage verwendet, wenn man damit zeigen will, dass man was von gutem Essen versteht, dann helf ich dir ein wenig.
Immerhin sind die ja ganz anders auszusprechen als sie da stehen. Und man sagt dann auch nicht Rindsbraten mit Tunke, sondern eben Rinderbraten an Jus (das sagt man übrigens "Schüüü"). So ein "gewöhnliches" Wort wie "zu" oder "mit" würde ja verraten, dass man keine Ahnung von französischer Küche hat! Mir ist das allerdings ziemlich bären-wurst. Hauptsache, das Essen schmeckt gut! Brumm!

(Die fettgedruckten Silben sind die, die du betonen musst, damit du wie ein Franzose klingst):

"Jus" wird Schüüü gesprochen.
"Digestif" wie Di-schöss-tiff .
Am schwierigsten sind die "hors d´ oeuvre". Die spricht man nämlich so: Ohr-dööövr.
"Paté" (mit dem kurzen Strich auf dem e) sagt man Pa-teeee und "Gourmet" wird Gur-meeee gesprochen.

Brumm! Ja, jetzt klingst du wie ein echter Franzose. Oh lala!

Dein Bert
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