Sonntag, 25. Oktober 2009

Lotte Motte (ein Gourmet-Gedicht)



Lotte Motte, die ganz flotte,
frisst niemals frische Karotte.
Auch nicht Obst oder Tomaten.
Sind viel zu gesund geraten!

„Vitamine?“ sagt sie. „Iiiiiih!
Sind Gift für mich Flügelvieh!
Lieber mag ich eingespeckte,
Schokofinger-Fett-befleckte

Omama-Pelzmantel-Krägen.
Meilenweit flieg ich deswegen!
Und daneben, Opas Frack
mit 'nem Ketchup-Fleck drauf. Zack!

Schon bin ich im Paradies!
Koste mich durch Mantel-Vlies,
durch Wollmützen, - Handschuh, -Socken!
All das kann mich sehr verlocken!

´Currywurst an Winter-Sweater´
hebe ich mir auf für später.
Und für ´Eierlikör-Jus
auf Twin-Set´ ist es zu früh.

Der kommt dann als Digestif.
Fein diniert wird hier mit Schliff!
Erst sind die hors d'oeuvre dran:
unterm Perser Bubblegum,

luftgetrocknet, herrlich zäh,
passt zu Lutschbonbon-Paté.
Platzteppiche sind per Exempel
feinste Gourmet-Motten-Tempel!“

Lotte weiß das, sie ist klug,
macht sich auf zum nächsten Flug
zu Frau Krauses Wäscheschrank:
Mottenfestmahl – nächster Gang!

Doch – oh Schreck! - was sieht sie liegen,
sich an Unterhemden schmiegen?
Ekelhaft und kugelrund?
Alarm! Mottenkugel-Fund!

Und – Igitt! - hier in der Luft
liegt plötzlich ein fieser Duft
nach Lavendel. Lottes Magen
krümmt sich, will beinah versagen.

Taumelnd dreht sie grad noch ab.
Fühlt sich nun ganz schrecklich schlapp.
„Ach, verflixt!“ denkt sie verdrossen,
„wieder ein Lokal geschlossen!“



.mottengedicht/gourmetgedicht/spaßgedicht von: die amelie ´ 09
.mottenfoto: Roman Köhler
.motten-zeichnung/naturstudien: Maria Sibylla Merian, 1705 veröffentlicht



Hallo!

Falls du gerade beim Lesen über die schwierigen französischen Wörter gestolpert bist, die man heutzutage verwendet, wenn man damit zeigen will, dass man was von gutem Essen versteht, dann helf ich dir ein wenig.
Immerhin sind die ja ganz anders auszusprechen als sie da stehen. Und man sagt dann auch nicht Rindsbraten mit Tunke, sondern eben Rinderbraten an Jus (das sagt man übrigens "Schüüü"). So ein "gewöhnliches" Wort wie "zu" oder "mit" würde ja verraten, dass man keine Ahnung von französischer Küche hat! Mir ist das allerdings ziemlich bären-wurst. Hauptsache, das Essen schmeckt gut! Brumm!

(Die fettgedruckten Silben sind die, die du betonen musst, damit du wie ein Franzose klingst):

"Jus" wird Schüüü gesprochen.
"Digestif" wie Di-schöss-tiff .
Am schwierigsten sind die "hors d´ oeuvre". Die spricht man nämlich so: Ohr-dööövr.
"Paté" (mit dem kurzen Strich auf dem e) sagt man Pa-teeee und "Gourmet" wird Gur-meeee gesprochen.

Brumm! Ja, jetzt klingst du wie ein echter Franzose. Oh lala!

Dein Bert

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